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Jntelligenz-Bl der freien SM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staate behörden, und den Frankfurter Nachricht»« als Extrabeilage

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(Erpedttionr am Geistpförtchen, SchlachthaüSgasse 21.)

M 290. Samstag den 6. December 1856.

WcK" Inserate, welche den folgenden Tag nach der Aufgabe im Jntelligenzblatte erscheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachts­feste, möglichst Vormittags von der Expedition erbeten.

NeberbLLÄe der Ereignisse Lm Gebiete der poiitèfcherr und Materiellen Interessen.

Frankfurt, den 6. December. Die französische Regierung hat jetzt die officielle Nachricht von der Einnahme Herats durch die Perser erhalten: wir wissen freilich noch nicht, ob sie sich in der That bestätigen wird, da ja Alles, was die persischen Angele­genheiten betrifft, in ein bis jetzt noch unentwirrbares Dunkel gehüllt ist. Selbst die englisch-ostindische Expedition, welche nach Nachrichten auS Ostindien vom 3. November bereits abgesegelt ist, und schon bei Buschir am persischen Meerbusen angelangt sein kann, hat wohl einen weitergreift nden Zweck im Auge, als ein Vordringen in Persien selbst. Die geographische Lage dieses Landes schützt es gegen eine noch stärkere Inva­sion gerade von der Seeseite her. Die Gebirge, welche das Land im Norden des per­sischen Meerbusens beschützen, sollen nach Berichten von kundigen Personen unwegsam sein. Herats Schicksal wird also durch diese Expedition nicht entschieden werden können, wenn auch, wie wir schon zu wiederholten Malen angeführt haben, die Engländer durch den Fall HeratS auf das Empfindlichste berührt werden. Dagegen dürfte sie ein weite­rer Schritt in der Angelegenheit der Verbindung des Mittelmeeres und des persischen Meerbusens durch die projectirte Euphratbahn sein und sich dieser geheime Zweck hinter dem offenen militärischen verstecken. Die Expedition nach dem persischen Meerbusen zählt übrigens 26 Segeltransportschiffe, 3 Dampfer und 3 kleinere Fahrzeuge der Bombay- Dampfschifffahrts-Gesellschaft, zusammen von 30,000 Tonnen Gehalt, wofür täglich 1000 Pfund an Fracht bezahlt wird; ferner begleiten sie noch 7 große Kriegsdampfer und einige kleinere Schiffe. Das Commando derselben übernimmt Admiral Sir Henri Leake, Oberbefehlshaber der ostindischen Marine. Seine Wahl findet in Ostindien wenig Bei­fall, weil ihm die zur Leitung eines Kriegszuges in jenen Gewässern nöthigen Kennt­nisse und Erfahrungen abgehen sollen, aber auch der ganze Kriegszug selbst wird nicht gern gesehen, weil man in Ostindien gewiß nicht mit Unrecht neue Verwickelungen mit Rußland besorgt, welches diesen gegen seinen alten Alliirten gerichteten Angriff unmög­lich ruhig hingehen lassen könne. Was nun den eigentlichen Zankapfel, Herat, betrifft, so wird dem „Sindian" nach Mittheilungen aus Kandahar vom 4. October gemeldet,