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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Muksurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- dehörden, und den /rankfurter Nachrichten als Extrabeilage £

(Erpeditionr am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21)

M 288 Donnerstag den 4. December 1856.

flJcSjsT’ Inserate, welche den folgenden Tag nach der Aufgabe im Jntelligenzblatte erfcheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachts­feste, möglichst Vormittags von der Expedition erbeten.

NeberMicke her iMreLgniffe Lm Mebiete der politischem und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 4. December. Die rheinischen Eisenbahnen stehen in so engem Zusammenhänge mit der HandelSbedeutung und dem Fremdenverkehr unserer Stadt, daß wir den neuesten Entwickelungen dieses Systems einige Betrachtungen wid­men müssen. Als Mittelglied der kürzesten Verbindung zwischen Frankfurt und Paris berührt uns zunächst die Rhein-Nahebahn. Der bei der Generalversammlung zu Kreuznach am 6. November erstattete Bericht der königl. Direction über die Vorbe­reitungen zu dieser Bahn liegt nun im Drucke vor und enthält nur Erfreuliches für die Antheilbefitzer. Bereits damals, wenige Wochenj nach Concejstonirung des Unter­nehmens , war die Organisation der Bau - Verwaltung in technischer sowohl als administrativer Beziehung im Wesentlichen für die ganze Linie als vollendet zu bezeichnen, indem außer der Centralstelle in Kreuznach noch vier Abtheilungs- Bureaur zu Kreuznach, Kirn, Oberstein und St. Wendel mit zusammen 81 technischen und 30 Verwaltungsbeamten in volle Thätigkeit gesetzt, und die für den thätigen Be­trieb sonst noch erforderlichen Kräfte bereits in Aussicht genommen waren. Die frü­heren Baulinien und Anschläge waren revidirt, und darin bezüglich des Laufes der Bahn, der Steigungen und Curven wesentliche Verbesserungen erzielt worden, sowie auch die Ueberschläge den seitdem auf den anderen Bahnen gemachten Erfahrungen zu Folge als reichlich genügend sich herausgestellt haben. Durch diese Wahrnehmung befestigt sich die Ueberzeugung, daß neun Millionen Thaler zur Vollendung der Babn in betriebfähigem Zustande hinreichen werden, sowie nach Maßgabe des größten Bauwerkes, eines Tun­nels von 100 Ruthen Länge, die Bahn 1859 vollendet sein kann. Auch die sich an die Rhein-Nahe-Bahn anschließende, von der rheinischen Eisenbahn übernommene Strecke Bingen-Koblenz soll jetzt lebhaft in Angriff genommen werden. Weniger gesund sind die Verhältnisse der beabsichtigten Concurrenzbahn Rüdesheim-Niederlahnstein Wohlweislich nimmt der in der Pariser „Presse" nicht in einem Frankfurter Blatte, erschienene Aufruf zur Betheiligung an einer „privilegirten Eisenbahngesellschaft des Herzogtums Nassau" auf jene linksrheinischen Bahnen keine Rücksicht und stellt die