Intelligenz-Blatt der freien Stabt /rankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden , und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Erpedition, am Getstpförtchen, Schlachthausgasse 21)
â 286. Dienstag den 2. December 1856.
^:^” Inserate, welche den folgenden Tag nach der Aufgabe im Jntelligenzblatte erfcheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachts- feste, möglichst Vormittags von der Expedition erbeten.
Aebsrblicks Ker Wreigaiffe im Mebiets der politische« And MsterisKsn Interessen.
Frankfurt, den 2 December. Die neue Session der preußischen LandeSvertre- tung ist durch den König am 29. November in Person eröffnet worden. Die Königliche Rede athmet in allen ihren Theilen den Geist der Offenheit und des Vertrauens, welcher von jeher den Grundton des Verhältnisses zwischen Fürst und Volk gebildet hat; sie gibt über die Lage der Gegenwart, wie über die Aussichten der Zukunft einen gewissenhaften, unverhüllten Ausspruch, der den Ausdruck eines leidenschaftlosen Urtheils, einer weis- heitvollen Mäßigung, aber zugleich eines unbeugsamen Rechtsbewußtsein und einer entschlossenen Festigkeit enthält.
Das Bild, welches die Thronrede von der inneren Lage Preußens entwirft, ist ein befriedigendes. Die gedeihlich-Entwickelung kn allen Zweigen der Erwerbthätigkeit und des geistigen Lebens, welche durch die Stürme eines zwischen den Nachbarstaaten wüthen- den Krieges nicht unterbrochen worden war, hat durch die Wiederherstellung deS allge- meinen Friedens einen erhöhten Aufschwung erhalten, welchen selbst die Ausschreitungen des Speculationsgeistes auf einzelnen Gebieten nur in vorübergehender Weise zu hemmen vermögen. Außer den Segnungen des allgemeinen Friedens ist dem Lande auch die Gunst einer reichen Ernte zu Theil geworden, deren Ertrag schon jetzt auf den Stand der Getreidepreise günstig eiygewirkt und den Nothstand der unbemittelten Klassen nicht unwesentlich gemildert hat. Allen diesen günstigen Umständen ist es zu danken, daß die HülfSquell-n des StaateS eine zunehmende Ergiebigkeit zeigen. Da hierin aber der unzweideutige Beweis liegt, daß der Wohlstand des ganzen Landes in einem erfreulichen Wachsthume sich befindet, so wird es nicht als eine zu drückende Belastung der Bevölkerung empfunden werden, wenn bie Regierung auf eine Vermehrung ihrer Einnahmequellen Bedacht nimmt, um für die Befriedigung steigender, aus der inneren Entwickelung, wie aus der äußeren Machtstellung deS StaateS erwachsender Bedürfnisse die erforderlichen Mittel zu gewinnen.
Preußen ist, inmitten der schweren Verwickelungen, zu denen die orientalischen Ber- Hältniffr Anlaß gaben, unerschütterlich in den Bahnen der Mäßigung und der Versöhn-