Intelligenz-Blatt
irr freie« Stadt Frankfort,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfort»! Nachricht»« als Erkabeilage. s
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(Erpeditionr am Geistpförtchen, SchlachchauSgaffe 21)
M 284. Samstag den 29. November 1856.
^^" Inserate, welche den folgenden Tag nach der Aufgabe im Intelligenzblatte erscheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachtsfeste, möglichst Vormittags von der Expedition erbeten.
WeLeebSLäe der» WeeLgniUe im Webèete der poLLtLschsU Md MsterreWerr JVtereUem.
Frankfurt, den 29. Nov. (Zur Situation). Die Folgen desFriedens lassen immer noch auf sich warten. Trotz aller gegentheiligen Versicherungen ist die Bol- gra d-Frage noch weit entfernt, gelöst zu sein. In der That, wenn man auf den Grund der bessarabischen Grenzfrage zurückgeht, kann man sich über Rußlands Weigerung nicht wundern. Anfangs sollte bekanntlich, zumal auf Englands Betrieb,, ganz Bessarabien an die Moldau abgetreten werden. Während der Friedensverhandlungen machte Rußland die Abtretung von Kars als eine entsprechende Gegenleistung geltend, und so wurde die jetzige Grenzlinie stipulirt. Wen« England jetzt eine Abweichung von den klaren Bedingungen deS Friedens verlangt, so stützt es sich besonders auf die Erwägung, daß von Bolgrad aus, wenn es im Besitz der Russen bliebe, eine russische Einwirkung auf die Donauschifffahrt stattfinden könnte, während der Sinn der Bestimmungen deS Pariser Friedens ein principieller Ausschluß der Russen aus dem Donaugebiet gewesen sei. Nun aber liegt Bolgrad am Nordende deS für große Schiffe nicht zugänglichen Yalpuk-Sees, der mit einem gleichfalls nicht schiffbaren Donauarm in Verbindung steht, und es ist kaum abzusehen, wie Rußland eS durch diesen Besitz möglich machen sollte, von diesem Punkt aus einen Einfluß auf die Donau zu üben. Zumal seit man mit der Beschaffenheit der unteren Donauländer näher bekannt geworden ist, hat man erst einen Begriff von den natürlichen Hindernissen der Schifffahrt in den Mün- dungSlanden der Donau bekommen, — Hindernisse, welche auch durch fleißigeres Baggern der Russen in früheren Jahren nicht hätten beseitigt werden können. Im Gegentheil ist durch diesen Zwist die Consultation der Aerzte, welche über die gründliche Heilung der Donauschifffahrt zu berathen haben, bis auf den Anfang dieses Monats verschoben worden. Einstweilen hat die englische Flotte in S i n o p e die Winterquartiere bezogen. Man erinnert sich, daß einmal ernstlich die Rede von einer französisch-britischen Flottenstation in Sinope war. Einstweilen haben die Engländer allein dies Project ausgeführt. Sie beherrschen jetzt durch ihre der russischen weit überlegene Seemacht das