Intelligenz-Blatt
der freien Stadt /ranksnrt, verbunden mit dem AWtsdlatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Rachrichteu als Ertrabeilsgr
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(Erpedition! am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
M 276 Donnerstag den 20. November 1856.
NeLerblLcks 6er @reMltWe im SeMefe der potttifcheN Und materiMen Interessen.
Frankfurt, den 20. November. Es kann Niemanden, der sich um unsere vaterstädtischen Angelegenheiten bekümmert, entgangen sein, daß, wie in vielen Städten, auch bei uns eine Spaltung im Handwerksstande besteht. Die stürmischen Verhandlungen der Gewerbekammer, sowie die Polemik, zu welcher das Project der Gewerbe- Ausstellung in öffentlichen Blättern Veranlassung gab, zeugen laut dafür. Die Angelegenheit, um die eS sich handelt, ist übrigens nicht allein für unseren Gewerbe- stand, sonderen für unseren ganzen Staat eine Lebensfrage. Unsere Verhältnisse weisen uns daraufhin, in Fabrikthätigkeit neue Quellen des Wohlstandes und Ersatz für manche Erwerbszweige zu suchen, welche im Laufe der Zeit verloren worden und nicht wieder zu erlangen sind. Es ist nicht mehr Zeit, auf die Thätigkeit der Fabrikarbeiter hochmüthig herabzusehen, als wenn das Princip der Theilung der Arbeit, welches in Fabriken sehr weit getrieben zu werden pflegt, nicht auch im Handwerksbetrieb sehr wohlthätig wirkte; es ist auch nicht mehr Zeit, mit krankhafter Sentimentalität an das poetisch auSgemalte Elend zu erinnern, welches einzelne Handelskrisen oder der Betrieb ungeeigneter Zweige über Fabrikarbeiter heraufbeschworen haben, als wenn dies der Normalzustand wäre. Der Uebergang zu freieren Grundsätzen hinsichtlich deS Gewerbebetriebs ist schon vor 20 Jahren angebahnt worden. Mit unserem Zutritt zum Zollvereine hörte der Großhandel mit Colonial- und Manufakturwaaren auf und der Schutz gegen fremde Gewerbserzeugnisse wurde wesentlich vermindert. Noch mehr hat seit jener Zett die auswärtige Fabrikthätigkeit zur Aenderung der früheren Verhältnisse beigetragen. Eine Reihe von Gegenständen werden von Fabriken so billig gefertigt, daß der hiesige Meister damit nicht concurriren könnte, und eS daher vorzicht, blos von feinem Wohnort in einer Handelsstadt Nutzen zu ziehen und als Handelsmann aufzutreten. Seit jener Zeit sind die Kleiderfabriken entstanden, welche gute Geschäfte auf den Messen machen müssen, da sie jährlich in größerer Anzahl einkehren. Dem leichten Zusammenwirken von Schreiner, Bildhauer und Tapezirer verdanken die Mainzer Möbelfabriken, daß sie der piefigen Einrichtungen so häufig in Anspruch genommen werden, und wie sehr das Bauen durch unsere Zunfteinrichtungen erschwert wird, ist schon oft genug Gegenstand der Klagen gewesen. Die bestehenden Bestimmungen geben mehr zu Zeitverlust Veranlassung, als daß sie den Bauhandwerkern selbst wesentlichen Nutzen brächten. Was den angeblich durch den Zunftzwang erhaltenen Wohlstand betrifft, so haben diezweizahl-