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Intelligenz-Blatt

der freies Stabt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den /rankfurttr Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition r am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 270, Donnerstag den 13, November 1856.

WebsebLicke her Greègnrfse im Gebiete der politischer? SSWH MstexieNerr JUtereMn.

Frankfurt, den 13. November. Der Mangel an Silbermünzen und der dafür angegebene Grund des beständigen Abflusses nach Indien und China hat vielfach Ver­anlassung gegeben, auf eine Einführung der Goldwährung zu dringen. Wenn gleich die kürzlich bekannt gemachten Beschlüsse der Wiener Münz-Conserenz, welche unzweifel­haft von allen Regierungen genehmigt und so in kürzester Zeit in'S Leben treten werden, diese Angelegenheit vorläufig erledigen, so bleibt ihre Betrachtung für die Zukunft nicht weniger interessant. In dieser Rücksicht ist eine anonym hier erschienene Schrift: „Die Börsenkrisis und daö Gold, Oktober 1856," beachtenswerth, deren in den höheren Finanz­kreisen zu suchender Verfasser manche eigenthümliche Gesichtspunkte aufstellt. Er macht auf die Einwirkung der Jahreszeit aufmerksam, in welcher die Anschaffung der Winter- Vorräthe bedeutende Baarsummcn in Anspruch nimmt. Ueberhaupt wäre das Gesetz, nach welchem daö Geld periodisch vom Lande zur Stadt und dann wieder zurückströmt, einer staatsökonomischen Betrachtung würdig. Für unsere Gegend z. B. sind Weihnachten und die beiden Messen die Zeitpunkte, wo eine Masse Geld vom Lande der Stadt zu­fließt, während Frühjahr uno besonders Herbst mit seinem Bedarf an Hopfen und Gerste, Holz, Kartoffeln, Kraut, Aepfeln, Tabak, Oel, Wein, Rüben re. dem Lande das Baar­geld großentheils zurückgibt. Ueber den angeregten Gegenstand sagt der Verfasser: Rech­net man durchschnittlich in Deutschland bei einer Bevölkerung von 40 Millionen die jährliche Consumtion von Brodfrüchten sehr mäßig zu 1V« rhein. Malter und das Malter zu 12 fl., so erhält man 50 Millionen Malter, 600 Millionen Gulden an Werth. Mit dem Hafer, den Kartoffeln und Hülsenfrüchten erreicht der Werth leicht die Gesammt- summe von 1000 Millionen Gulden. Dazu kommt noch der Ertrag von Oel, Hanf, Tabak, Cichorien, Zuckerrüben, etwas später auch das Produkt der Weinlese. Den Um­satz dieser Produkte hat in kurzer Zeit das Silbergeld zu vermitteln und muß daher, je größer die Masse der Landesprodukte ist, entsprechend an Seltenheit, d. h. an Werth zunehmen. Wollte man dieser Seltenheit durch Einführung der Goldwährung steuern, >o würde man alle Produkte vertheuern, alle in Silberwährung gegebenen Darlehen vermindern und schließlich den gewünschten Zweck doch nicht erreichen, denn an den Börsen von London und Paris mit gesetzlicher Goldwährung ist die Geldklemme noch schlimmer als bei uns. Gegen den Abfluß unseres Silbers nach Indien und China wurde die Einführung der Goldwährung so wenig einen Schutz bieten, daß vielmehr,