Intelligenz-Blatt
der freie« Stadt Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt < Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition; am Geistpförtchen, SchlachthanSgaffe 21.)
M 268. Dienstag den 11. November 1856.
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Frankfurt, den 11. November. Unter den neu erschienenen Eisenbahnkarten, welche ihrem Umfang und Preise nach zum Handgebrauche sich eignen, ist vor allem die bei Simon Schropp in Berlin zum Preise von 1 Thaler Pr. Cour, erschienene des königl. preußischen Hauptmanns a. D. C. E. Krüger zu Wittenberg empsehlenSwerth, welche außer einer Angabe der zwischen den Endpunkten Emden, Arnheim, Mastricht, Verviers, Metz, Nancy, Basel, Frauenfeld, Lindau, Glognitz, Pesth, Krakau, Königsberg und FlenSberg bestehenden Bahnen auch werthvolle Angaben über die Ertragnisse der vollendeten, sowie über die muthmaßlichen Baukosten der erst zu erbauenden gibt. Im Betrieb begriffene, im Bau vollendete und projektirte sind durch verschiedene Zeichnung deutlich unterschieden. Bei einer Betrachtung dieser Karte drängt sich die Bemerkung auf, wie unvollkommen trotz aller projektirten Linien die gerade Verbindung der mitteleuropäischen Hauptstädte immer noch beschaffen ist, natürlich mit Rücksicht auf die Gebirge, welche immer umgangen werden müssen. Fassen wir z.B. die Linie Frankfurt- Paris in's Auge, so bemerken wir trotz der projektirten Linien Alsheim-Kaiserslautern und Biwgen-Neuenkirchen einen großen Umweg, da die gerade Linie über RüdeSheim, Lützenburg und Rheims führt. Dasselbe ist der Fall bei Köln-Berlin, wo Göttingen und Quedlinburg die gerade Verbindung vermitteln müßten. Die Linie Berlin- Wien weicht in gewaltigen Bogen rechts und links von ihrem normalen Wege: Luckau, Bauzen, Zittau, Kuttenberg, Znaim ab, und hat erst in ihrem nördlichen Theile wenigstens durch Projekte einige Correction erfahren. Auch die Berlin-Hamburger Bahn weicht nach ihrem Elbübergange bei Wittenberg unnöthig weit von dem Strome in's Mecklenburgische ab, und auf der Frankfurt-Leipziger Linie ließe sich durch Herstellung der alten Richtung von Hanau nach Fuld wenigstens die größte Krümmung abschneiden. Die Frankfurt-Wiener Linie geht durch den Bau der Elisabethbahn unter allen der größten Veränderung entgegen, wie sie denn bisher auch zu den colossalsten Umwegen gezwungen war; eine direkte Würzburg-Nürnberger Bahn würde noch eine wesentliche Abkürzung gewähren. Von einigen solchen projektirten Kür- zungSlinien gibt der Verfasser nähere Nachweisung. So würde die Berlin-Wiener- Centralbahn von Berlin über Luckau, Cottbus, Görlitz, Hirschberg, Waldenburg, Tannhausen, Neurode, Glatz, Habelschwert und Mittelwalde nach der Station Wildenschwert an der österreichischen Nordbahn (59 Meilen, um 17 Meilen näher als die bis-