Intelligenz-Blatt der freien Stadt Milksarl, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankforkr Nachrichten als Extrabeilage.
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(El Petition- am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 264. Donnerstag den 6. November 1856.
NeberbSèâ der Ereignisse im Webiete der polLtifche» und MaterieLlen Interessen.
Frankfurt, den 6. November. Der „Gothaische Genealogische Hofkalender", dessen 94. Jahrgang auf das Jahr 1857 soeben erschienen ist, gedeiht unter der fleißigen Hand seines Herausgebers, Davanture, zu jährlich größerer Vollkommenheit und gibt bereits mehr als der Titel besagt, nämlich eine werthvolle statistische Uebersicht der neuesten Staatsverhältnisse. Der Raum erlaubt unS nur wenige Punkte besonders zu berühren. Unter den 48 europäischen Regenten (einschließlich des Kaisers von Brasilien) sind an Lebensjahren die drei ältesten der Großherzog von Meck- lenburg-Strelitz (geb. 12. August 1779), der König von Würtemberg (geb. 27. September 1781) und der Landgraf von Hessen-Homburg (geb. 26. April 1783), die drei jüngsten, der Herzog von Parma (geb. 9. Juli 1848), der König von Portugal (geb. 16. September 1837) und der Fürst von Waldeck (geb. 14. Januar 1831.)— Der raschen Entwickelung in Spanien kann natürlich kein Buch folgen. Obgleich der betreffende Bogen erst am 26. August gedruckt wurde, ist sein Inhalt doch vollkommen veraltet, denn damals war O'Donnell der Allmächtige, heute scheint es Narvaez zu sein,und morgen —? Da wir, von den Zuckungen der spanischen Politik staatlich nicht berührt, die dortigen Zustände mehr vom finanziellen Gesichtspunkt zu betrachten pflegen, so möge hier angeführt werden, daß das Budget für 1855 mit einem Deficit von 162'/, Millionen Realen (1 Real — 2 Sgr.) schloß, das für 1856 ein Gleichgewicht zeigen sollte, und für das von 1857 sogar ein Ueberschuß von 3 Millionen Realen für das erste Semester in Aussicht genommen war, natürlich alles in der Voraussicht eines fortgesetzten Verkaufs der National - und geistlichen Güter, deren Ertrag den Voranschlag so weit überstiegen hatte. Am 1. Juli betrug die schwebende Schuld 554 Millionen Reales. Der Gesammtbetrag der spanischen Schuld wurde für Ende 1853 auf 14,517 Millionen Reales oder 1028,300,000 Thaler berechnet, wovon 3800 Millionen Reales unverzinsliches Papiergeld, d. h. solche Schulden, wovon bisher keine Zinsen-bezahlt wurden Dazu kam im Januar 1855 ein freiwilliges Anlehen von 280 Millionen Reales und im Mai 1855 ein Anlehen von 200 Millionen Reales zur Verminderung der schwebenden Schuld. Die Finanzen des Kirchenstaates, welche nicht weniger von sich haben reden machen, wenngleich bei ihrem üblen Stande mehr das Land selbst, als auswärtige Gläubiger be- theiligt sind, gegen für 1856 ein Deficit von 777,660 Scudi oder 1,166,490 preußische Thaler und eine Staatsschuld von 65,000,000 Scudi oder 96,000,000 Thaler preuß.