Zntelligeuz Blatt der freien Stadt /rankstri, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staats- iE hehörben, und den /remkfttrttr Nachrichten als Extrabeilage K ^^^W
(Expedition: am GeistpfSrtchen, SchlachthauSgasse 21.)
â 262. Dienstag den 4. November 1856.
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Frankfurt, den 4. November. (Zur Situation). Seitdem wir zuletzt die beabsichtigte Fortsetzung der Pariser Conferenzen besprochen, hat diese Angelegenheit keinen weiteren Schritt vorwärts gemacht; wohl aber haben in der Stellung der Hauptmächte bezüglich mehrere zur Verhandlung bestimmten Fragen wesentliche Veränderungen stätt- gesünden. Wenn wir zunächst die Angelegenheit der Fürstcnlhümer betrachten, so finden wir die Stellung der österreichischen Truppen daselbst in den Vordergrund gerückt. Oesterreich hat nicht nur die ungelöste Frage von Bolgrad und derSchlangeninscl, sondern auch die untergeordneten Verhältnisse der Moldau und Walachei als Grund angeführt, warum es feine Okkupation verlängere; die andern Mächte dagegen wollen die neue Ordnung in den Donaulürstenthümern, wobei ja die öffentliche Stimmung dieser Länder zu Rathe gezogen werden soll, nicht eh-r zur Berathung bringen, bis jeder Druck auf die öffentliche Meinung durch fremde Truppcn aufgehört habe. Aus diesen Widersprüchen bietet sich ein Ausweg, wenn die Angabe der halboffiziellen französischen Blätter, daß auch die Pforte die Räumung von Oesterreich verlangt habe, denn alsdann fällt die Berufung Oesterreichs auf den mit der Pforte abgeschlossenen Vertrag vom 14. Juni 1853, welchen das Wiener Cabinet bisher dem Drängen der Westmächte entgegengesetzt hat. Jener Behauptung der französischen Blätter steht die ebenso bestimmte Ableugnung der österreichischen halboffiziellen Presse entgegen, und man geht wohl nicht irre, wenn man die jetzt in Constantinvpel schwebende MinisterkrisiS damit in Verbindung bringt und, die Absicht einer solchen Aufforderung bei dem jetzigen Pforten- ministeriuM voraussetzend, die Thatsache derselben von dem Ausgang der Krisis erwartet. „Wenn gleich der Ausdruck der österreichischen Zeitung: der Ausdruck Westmächte sei veraltet" noch verfrüht erscheint , so ist doch zu bemerken, daß die englische Diplomatie in dieser Frage gegen Frankreich aus Oesterreichs Seite steht. Sie folgt dabei dem in England vielfach verbreiteten Mißtrauen gegen die Dauer des Friedens und findet in der österreichischen Besatzung an der unteren Donau ein Seitenstück zum englischen Geschwader im schwarzen Meere. In Bezug Bolgrads ist gegen die Bestimmungen des Friedensvertrages ein Nachgeben Rußlands kaum zu erwarten, dagegen liegt in der Besetzung der Donaufürstenthümer ein Grund, warum Oesterreich dem Zusammentritt der Conferenzen widerstrebt, wo diese Angelegenheit jedenfalls zur Sprache kommen würde. Inniger als in der Wold - Wlachischen Angelegenheit ist das Zusam-