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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kaakstrt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Gtaats- bchörden, und den Früvkfortrr Nachrichten als Extrabeilage

tErpeditions am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

â 258. Donnerstag den 30. October 1856.

WeberbSieks dex GreLgnifse im Gebiete See poSètèfcheU Mrd materLMe« JNtsreffen.

Frankfurt, den 30. October (Die Silb e rausfuhr nach dem Orient). Die Handelsbillanz zwischen unserem europäisch^, Markte und» dem Orient ist keine gün­stige. Es werden in jedem Jahre für eingesührte Produkte Chinas und Ostindiens be­deutende Werthsummen in Silber ausgeführt, die nicht wieder in Form von Silber nach Europa zurückkehren. Wie man nach den angestellten, natürlich nur annähernd mög­lichen Untersuchungen behauptet, bleibt die Silberproduktion in Europa hinter der Aus­fuhr zurück, und es ist nicht mehr der genügende Bedarf für AuSmünzungen vorhanden. In einem Lande, in welchem die SilberwShrung besteht, würde der eingetretene Silber­abfluß aber nur dann einen sehr bedeutenden Einfluß auf den Tauschwerth des Silbers äußern, wenn nur Silbermünzen als Tauschmittel cristirten. Wir haben jedoch in der Verwendung des Geldes als Umlaufsmitte! und in der Creirung von Papiergeld, natür­lich auf solider, den Credit desselben sicher stellender Basis, die Mittel den Fächtheiligen Einfluß einer bedeutenden Silberausfuhr auf den Tauschwerth des Silbers sehr zu ver­ringern. Eine Goldwährung neben der Silberwährung anzunehmen, empfiehlt sich des­halb nicht, weil die Besitzer von Silbermünzen gerade bei einer solchen doppelten Wäh­rung sich durch ihren unmittelbaren Vortheil veranlaßt sehen werden, die Silbermünzen gegen Gold auszuführen, sobald eben der Tauschwerth des Silbers höher wird als der des Goldes. Namentlich werden die Zahlungen alle in Goldmünzen realifirt werden und es wird sich schließlich die Goldwährung als die einzig factisch beste­hende herausbilden, weil alle Silbermünzen die Natur der Waar,? annehmen und aufhöpen werden Geld zu sein. Aus dem Vorstehenden ergibt sich,' daß unter die für den Verkehr vorhandene, Geldmenge nicht blos die Metallmünzen^. sondern auch alles circulirende Papiergeld zu rechnen ist, das ja in der neueren Ze-tt fast mehr als die Münzen zur Realisirung aller größeren Zahlungen benutzt wird. Hierbei muß natürlich vorausgesetzt werden, daß die Emission des Papiergeldes nur in der Weise ge­schieht, daß dasselbe sich selbst, ohne irgend welchen ZwangscourS auf dem Paristande erhalten könne. Wenn man von diesen allgemeinen Gesichtspunkten aus unsere gegen­wärtigen Verhältnisse betrachtet, so wird man unzweifelhaft zu dem Resultate klommen, daß trotz des allerdings vorhandenen Silberabflusses unsere vorhandenen Geld­mengen für einen soliden Güterverkehr noch immer weithin ausreichend sind. Man wird vielmehr die Ursachen für die gegenwärtige Geldklemme vorzüglich in dem über -