Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, ^^ verburrden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den /raakforter Nachrichtt» als Extrabeilage. »
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(Erpeditton: am Getstpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)
M 252. Donnerstag den 23. October 1856.
Ueberblicke her GreègmUe im Gebiete der politische« Sl«h materiellen Interessen.
Frankfurt, den 23. October. Vor 28 Jahren fügte der kürzlich verstorbene Herausgeber des polytechnischen Journals, Dingler, eine Notiz über den Versuch eines Engländers Gurney, Dampfwagen für gewöhnliche Straßen zu bauen, die Anmerkung bei: „In Deutschland, wo die Erhaltung der Pferde in den meisten Gegenden billiger, als die einer verhältnißmäßigen Dampfmaschine sind, wäre es eine wahre Thorheit, nur an Dampffuhrwerke zu denken. Die Lösung dieser Aufgabe wollen wir gerne der britischen Nation überlassen und unsere Aufmerksamkeit und unser Genie lieber auf andere Gegenstände lenken, die für unser Nationalglück von weiteren Folgen und größerem Einflüsse sind". Dieses Verdammungsurtheil eines mit den technischen Fortschritten vertranten ManneS, welches sich, da in dem erwähnten Artikel auch von den englischen Eisenbahnen die Rede ist, durch sein Schweigen auch auf diese erstreckt, wollen wir uns heute in's Gedächtniß zurückrufen, wo die Eisenbahnen zu den wichtigsten Faktoren deS „National- glückö" geworden sind, und täglich mehr an die Stelle der Landstraßen treten, zumal da die am 17. und 18. October begangene Feier der Eröffnung der Eisenbahn- Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden zu einem Rückblick auf die gemachten Fortschritte auffordern. Diese Feier war von weltgeschichtlicher Bedeutung, denn das einzige Glied, welches in dem Eisenbahnsystem von Norddeutschland noch fehlte: die Bahn von Oberhausen über Wesel und Emmerich zum Anschluß an den rheinischen Schienenweg von Arnheim nach Amsterdam und Rotterdam, ist jetzt eingefügt in die große Verbindungslinie von Westen nach Osten, welche in ihrer ganzen Vollendung eines der großartigsten Werke der neueren Zeit ist. Sie vereiniM die Völker Eines Stammes, von der Nordsee, wo der Niederländer dem Meere den Boden abgerungen hat, bis zu den fernen Gestaden der Ostsee, wo die deutschen Ritter Ehristenthum und Fürstensitz gründeten. Aber noch eine weiterreichende Bedeutung hatten diese Tage, denn sie fügten nicht nur dem norddeutschen, sondern dem europäischen Schienennetz ein neues Glied ein, und wenn auf dem Marktplatz zu Amsterdam daS sardinische Banner durch manche Mittelglieder verbunden der russischen Flagge sich anreihte, so war das nur der Ausdruck dieses Gedankens.
Wir übergehen die Beschreibung der Festlichkeiten, welche auf allen bedeutenderen Zwischenstationkn an beiden Tagen stattfanden, und ihren Abschluß in den großartigen Festen zu Amsterdam und Köln sanden, um noch einige Worte über die politische Seite