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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Erpeditionr am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 238. Dienstag den 7. October 1856.

NebsälLÄe der GreigMLUe im GâeLe der politische« ««h Materielle« Juteressen.

Frankfurt, den 7. Octobcr. Eine Frage, die in diesem Augenblick alle gesell­schaftliche Kreise in höherem Grade beschäftigt, als die wichtigsten politischen Angelegen­heiten, ist jene deö Geldmangels, der sich auf unseren Börsen in schreckenerregender Weise kund gibt, und der bereits auf alle Zweige des Verkehrs den nachtheiligsten Einfluß ge­übt hat. Zwar ist daran nicht zu zweifeln, daß die Hauptursache in jenen „zu weit getriebenen Spekulationen" liegt, welche der preußische Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten in seinem Bescheid an die Berliner Kaufmannschaft als den Grund der Verlegenheiten angibt, in denen der Handelsstand Berlins sich befindet. In­deß glauben wir aus einen Umstand ausmerksam machen zu müssen, der ohne Zweifel wesentlich dazu beigetragen hat, das Uebel zu verschlimmern, und der unseres Wissens bisher in den öffentlichen Besprechungen ganz unbeachtet geblieben ist. Wir meinen das Verschwinden der neugeprägten preußischen Thalerstücke aus dem Verkehr, welches kei­neswegs blos durch den allgemeinen Abfluß des SilbergildeS erklärt wird, der schon seit längerer Zeit bemerkt worden ist. Auch die allgemeine Ausfuhr deö Silbergeldes aus Europa hat in der neuesten Zeit auf ungewöhnliche Weise zugenommen; und es ist daher ein Irrthum, zu glauben, daß die Vorliebe Astens für Silber ^nicht von gestern" datirte, und daß die Wirkung davon sich nur sehr allmälig gezeigt lW«x würde. Nach den neuesten Handelsberichten aus Canton und Shangai -öar die Ausfuhr aus dem chinesischen Reiche seit Jahren nicht so stark, wie in diesem Frühjahr, und es müssen deshalb, da die Zahlung nur in Silber erfolgt auch bedeutendere Mas­sen dieses edelen Metalles nach China geschickt worden sein als früher. Dazu kommt, daß erst in den letzten Jahren in dem britischen Ostindien eine Maßregel ergriffen worden ist, die den Abfluß des Silbers auch dahin bedeutend verstärkt hat. Während früher in dem britisch-ostindischen Reiche die Zahlung der Steuern sowohl in Gold alö in Silber erfolgen konnte, hat das britisch-ostindische Gouvernement neuerlich eine aller­dings schon ältere Bestimmung in Kraft gesetzt, nach welcher die Abgaben ausschließend in Silber gezahlt werden müssen.

Eine Folge des Zusammenwirkens der angeführten beiden Umstände war es, daß seit längerer Zeit das Silber aus allen Theilen des Continents nach London gezogen wurde. Die Wirkung dieses Abzuges konnte allerdings keine plötzliche sein, da derselbe nur langsam und allmälig stattgefunden hat. Diese Wirkung ist aber in der letzten Zeit dadurch außerordentlich verstärkt worden, daß in Hamburg ungeheuere Massen preußi-