Jntelligenz-Blatt der freien Stadt Maksatt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- Hehörden, und den Frankfurter Rachrichte» als Extrabeilage. |
(Expedition; am Geiftpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.) >è^^
M 236 Samstag den 4. October 1856.
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Frankfurt, den 4. October. Die Sklavenfrage ist durch den Bürgerkrieg, welcher in Kansas zwischen den Freibodenmännern und den von der Regierung unterstützten Miffuriern entbrannt ist, wieder in den Vordergrund deS öffentlichen Interesses getreten. Ein Mitglied der Untersuchungs-Commission von Surinam, Duttenhofer aus Nördlingen, hat eine Streitschrift gegen die Negeremancipation verfaßt. Der Verfasser hat die seltsame Ueberzeugung, es sei vom physiologischen und anatomischen Standpunkte entschieden, daß die Neger eine besondere Menschenspezies seien; auch in sittlicher Beziehung könnten sie sich nie auf die sittliche Stufe der Weißen erheben. Eine wirkliche Emancipation derselben sei also eine Unmöglichkeit; sie scheitere an der angeborenen Inferiorität dieser Rasse, und den Sklavenhandel könne man durchaus nicht als ein Unglück betrachten, da er die Neger in eine Stellung bringe, in welcher sie desjenigen Grades von Cultur, dessen sie überhaupt fähig seien, theilhaftig würden, während sie in Afrika im Zustande fortwährender Wildheit verblieben. Wer anders verkaufte denn den Europäern die Sklaven, als die Staats- und Familienhäupter selbst? Ueberallhabe sich gezeigt, daß die Neger nur im Zustande der Hörigkeit zu einer gewissen Thätigkeit angehalten werden könnten. Auch sei der Sklavenhandel in Wahrheit nicht verhindert; in New Jork würden jährlich noch 13 Sklavenschiffe ausgerüstet; der Unterschied liege nur darin, daß der jetzt durch die Kreuzer unsicher gemachte Handel mit größerer Grausamkeit als früher verknüpft sei. — Von diesen, durch den Schein einer gewissen Wahrheit blendenden Thatsachen liefert die eine: die Verwahrlosung der Emanci- pirten, nur einen neuen Beweis für die alte, bei Individuen, wie bei ganzen Menschenklassen hervortretende Wahrheit, daß Knechtschaft, barbarischer Druck und ein absolutes System der Bevormundung alle für einen vernünftigen Genuß der Selbstständigkeit erforderlichen Fähigkeiten des Menschen in einem erschreckenden Grade zu ertödten vermögen. Man sollte sich schämen, triumphirend auf die Thatsachen hinzuweisen, bis zu welchem Maße der Mensch den Menschen entwürdigen kann und lieber den' Blick ans die glücklicheiweise nicht vereinzelten Ausnahmen wenden, in denen die Neger den uu- heilvollen, auf ihnen lastenden Druck der Nachwirkungen ihres früheren Zustandes so