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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Arntabtatt , Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 230. Samstag den 27. September 1856.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

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Frankfurt, den 27. Sept. Die Pariser Conftrenzen haben unter anderen Gegen­ständen, beA Erledigung noch bevorsteht, auch die Angelegenheit von Montenegro in der Schwebt gelassen. Bekanntlich ist neuer Krieg zwischen dem Vladika und den benach­barten türkischen Paschas entbrannt, und eS war bereits die Rede, daß die Pforte mit einem Heere, stark genug für einen Vernichtungskrieg, auf die Forderungen der Monte­negriner, welche Erweirerung ihres Gebietes verlangten, antworten würde, als Oester­reich abermals seine Vermittelung anbot. Diese Macht ist nicht nur wegen der Nach­barschaft überhaupt, sondern besonders auch wegen der kleinen türkischen Gebietsstreifen Klek und Sutorina nahe betheiligt. DaS jetzige Kronland Dalmatien besteht aus vier Kreisen: Zara, Spalatro, Ragusa und Cattaro. Die ersteren zwei, einst zur Republik Venedig gehörig, erhielt Oesterreich durch die Wiener Congreßacte wieder, diese fügte die beiden letzteren noch hinzu, die vordem die Republik Ragusa gebildet hatten. Die beiden Republiken vermieden eine unmittelbare Berührung und ließen die beiden Territorien Klek und Sutorina als werth- und gleichsam herrenloses neutrales Trennstück inmitten liegen. Die Oberhoheit war türkisch geblieben und so gut wie gegenständlos. Der Wiener Congreß beließ cs bei dieser Spal­tung Dalmatiens durch ein türkisches Besttzthum. — Doch hat dieses seinen Werth und seinen Preis! Es bildet nämlich den Zugang zu dem hinter einem Theil Dalmatiens liegenden Montenegro, einer Hintermauer und Sicherung gegen die Türkei und die sie inspi- rirende Macht. Durch diese Avenue beziehen die Montenegriner ihren Kriegsbedarf gegen die Türken und auf dieser würde ein ausgeschifftes türkisches Corps den Montenegrinern in die Flanken fallen können. Diese tapferen Bergvölker verehren im russischen Kaiser ihr geistliches Oberhaupt und waren längst ein vorgeschobener Posten Rußlands. Sie lagen noch 1853 im