Zntelligenz-BIatt der freien Stadt Fraiikfart, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den FrauLsurter Nachrichten als Extrabeilage. |
(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
M 216. Donnerstag den 11. September 1856.
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Fraakfurt, den 11. September. Während des orientalischen Krieges war die neuenburgische Angelegenheit ganz in den Hintergrund getreten; zuletzt hat sie auf dem Pariser Congreß eine flüchtige Erwähnung erfahren. Man hat vielfach bezweifelt, daß die Verbindung zwischen Preußen und einem so entfernt liegenden Ländchen einem von beiden Theilen förderlich sei, man hat eS für eine Abnormität erklärt, daß ein Schweizer- Canton zugleich einen Fürsten haben solle, aber man hat selten die Rechtsfrage und die historische Entwickelung dieses Verhältnisses in'S Auge gefaßt, sowie auch über den größeren Ereignissen des Jahres 1848 die Art und Weise wenig beachtet worden ist, wie der fürstlichen Herrschaft in Neuenburg ein Ende gemacht wurde. Die Grafschaft Neuenburg und Herrschaft Valangin (Valendis) war seit 1228 deutsches Reichslehn. Bis dahin kann man die Versammlungen der Landschaft in 3 Ständen zurückverfolgen. Diese Landschaft war nicht nur der Träger der Souveränität, sondern auch das höchste Gericht. Beides wurde 1618 auf einen Ausschuß (trois éfats) übertragen und vor diesem Gerichtshöfe haben zu verschiedenen Malen Fürsten und Herren, welche vermöge Erboder Heimfallsrecht die Thronfolge ansprachen, Recht genommen, und von ihm ist 1707 das Urtheil gesprochen worden, auf welchem wesentlich der dermalige staatsrechtliche Zustand des Fürstenthums beruht. Am 3. November 1707 nämlich übertrugen die Stände ihre Souveränität dem Könige von Preußen, und dieser Zustand ist 1814 von dem Wiener Congresse wieder hergestellt worden. Das ist bad F ürstenthum Neuenburg; weit jünger ist der Canton Neuenburg. Sein Ursprung ist, daß Neuenburg durch Burgrecht einzelnen „Orten" (Cantonen) der Eidgenossenschaft (Bern, Solothurn, Freiburg, Luzern) „zugewandt" war; je mächtiger die Eidgenossenschaft, besonders Bern, wurde, desto einflußreicher wurde ihr Bestreben, die Stellung Neuenburgs zu ihrem Bunde