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Ilitelttgenz-Blatt der freien Stadt Kankftrt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Vachrichtra als Ertrabeilage. v^MWU

(Crpeditionr am Geiftpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 214, Dienstag den 9. September 1856»

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

^^” Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

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Frankfurt, den 9. September. Da durch die neuesten Vorgänge in Spanien der Marschall O'Donnell zu erhöhter Bedeutung gelangt ist, so theilen wir nachfolgend die Hauptereignisse seines früheren Lebens mit. Leopold O'Donnell, zweiter Sohn des Grafen von Abisbal, ist etwa 42 Jahre alt. Einer seit Ende des vorigen Jahrhun­derts in Spanien ansässigen irländischen Familie angehörig, war er zuerst Offizier in der Königlichen Garde. Als solcher begründete er sich durch Tapferkeit einen Ruf und stieg in dem Bürgerkriege, welcher der Ausschließung deS Jnfanten Don Carlos vom spanischen Throne folgte, 1833 rasch zum DivisionSgeneral empor. Während er auf Seiten der Königin Isabelle stand, fochten die sämmtlichen übrigen Mitglieder seiner Familie für den Prätendenten, unter dessen Fahne zwei seiner Brüder getödtet wurden, einer vor den Thoren von Pampeluna bei einer Kavalleriecharge , der andere in den Straßen von Barcelona, wo er vom Volke maffakrirt wurde. Mit dem Generalkom­mando betraut, schlug O'Donnell im Jahre 1839 den carlistischen Heerführer Cabrera bei dem Dorfe Lucena, wofür ihn die Regierung zum Grafen von Lucena erhob. Der Königin Christine leistete er 1840 bei Niederlegung der Regentschaft zu Valencia große Dienste. Seiner politischen Meinung nach den ModekadoS angehörend, betheiligte er sich, als Espartero 1841 die Zügel der Gewalt ergriff, an der Verschwörung seiner Partei gegen den Letzteren und bemächtigte sich mit Hülfe einer von ihm gewonnenen Trup- pcnabtheilung der Citadelle von Pampeluna, während Montes d'Oca, ein anderer Mo- deradochef, in Vittoria ein Pronunciamento hervorrief. Beide Unternehmungen schlugen aus Mangel an Sympathieen fehl. Montes d'Oca wurde gefangen und erschossen, O'Donnell mußte ins Ausland fliehen, von wo er erst nach dem Sturze des Siegesher-