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ZntellègenzBlatt

der freien Stadt /rnnkfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Gtaats- behSrden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition : am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

â 208. Dienstag den 2. September 1856.

AbonnementSpreiS für's halbe Jahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

T^^" Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in âvoo Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

NebGâlLâ der WrmgmUs im Gebiete der politisches KK- MÄkterLeUsW ZAteresssR.

Frankfurt, den 2. September. Obgleich man zugeben muß, daß unser ganzes heutiges Leben durch die Verbesserung der Verbindungen in einer vollständigen Umgestaltung begriffen ist, deren Ende man noch nicht absehen kann, so ist doch auf­fallender Weise dieser hochwichtige Gegenstand geschichtlich noch wenig erörtert. Zwar über die Römerstraßen haben wir gelehrte Abhandlungen, aber über die Straßen deS Mittelalters, an welches das heutige System der Verbindungen unmittelbar anknüpft, sind die Forschungen noch sehr vereinzelt. In Deutschland hat dieser Gegen­stand weit größere Schwierigkeiten als in centralisirten Ländern, da erst spät von einem Straßensystem die Rede sein kann und die Nachrichten sehr zerstreut find. In dem Au­gustheft der sehr empfehlenswerten „Zeitschrift für deutsche Culturgeschichte" hat der ge­lehrte Archivar Landau in Cassel in dem Aufsatze: „Beiträge zur Geschichte der alten Heer- und Handelsstraßen" den Versuch gemacht, zunächst für einen Theil Deutschlands die einschlägigen Notizen zusammenzustellen. Die Straßen des Mittelalters waren von unseren heutigen Straßen wesentlich verschieden. Man kannte weder ein System für das Ganze, noch eigentlichen Kunstbau. Wenn ein Verkehr zwischen zwei Orten sich ent­wickelte, so suchte man die nächste Richtung auf, nur mit der Abweichung, daß man statt der bei schlechtem Wetter zu nassen Thalgründe bemüht war, die nächsten Höhen zu ge­winnen, wo der Boden schon von Natur fester und durch den schnellen Ablauf des Wassers auch trockener war. Dadurch entstanden jene Hochstraßen, welche nicht selten Tage­reisen lang über Bergrücken und Hochflächen durch weite Waldungen fich winden. Schon frühe finden wir in Urkunden Reichs- oder Königsstraßen genannt. Es handelte sich dabei von keinem Straßenbau, sondern von der gesetzlichen Bestimmung, daß auf eine