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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, zg2| verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankstrter Nachrichten als Extrabeilage. I MZM^ ----«-»8K8»-» .

(Erpeditionr am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 202. Dienstag, den 26. August 1856.

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Frankfurt, den 26. August. So bekannt uns allen die benachbarten Badeorte in ihrer jetzigen Gestalt sind, mit welchen uns so viele Beziehungen verbinden, so wenig pflegen doch Kenntnisse von ihrer Geschichte verbreitet zu sein. In den Badeschriften finden sich gewöhnlich nur Notizen über die medicinische Geschichte eines BadeS, aber die für das große Publikum interessantere culturhistorische Seite wird wenig beachtet. Eine rühmliche Ausnahme macht Dr. Genth's Büchlein zur Geschichte der Schwalbacher Mineralquellen, Wiesbaden 1853, welches um so interessanter ist, als Schwalbach ein volles Jahrhundert in der Reihe der ersten Lurusbäder stand und jetzt nur den Charakter eines ausgezeichneten Heilbades behauptet. Der Grund davon ist in dem Umstand zu suchen, daß, nachdem die Kriegsstürme zu Ende der 1790er Jahre vorübergegangen waren, welche Schwalbach verödet hatten, mittlerweile auch auf dem linken Rheinufer die geistlichen Kurfürstenthümer und die unzähligen männlichen und weiblichen geistlichen Stifte aufgehoben worden waren, deren Insassen, mehr den Adel als die Geistlichkeit vertretend, eben das Publikum des Lurusbadeö gebildet hatten. Schon 1568 war Schwalbach in Aufnahme gekommen. Die ärztlichen Bemühungen und Empfehlungen deS Dr. Joh. Theodor zu Worms (von seinem Geburtsort Bergzabern gewöhnlich Tabernaemontanus genannt) in seinem „Wasserschatz" wurden durch die Sorg­falt unterstützt, welche die neuen Herren von Schwalbach, die Landgrafen von Hessen- Darmstadt, der Unterkunft der Kurgäste, der Anlage von Wegen und Spaziergangen, der Fassung der Quellen widmeten. Bald fand man sich zu Schwalbach aus allen Haupt­orten Deutschlands, aus Holland, Frankreich, der Schweiz rc. in den Sommermonaten gerne hier ein, und schon 1711 zählte man 11 fürstliche und 15 gräfliche Personen. DaS 1738 in Lüttich erschienene sehr unterhaltende Werk „Amüsement des Eaux de Schwalbach“ entwirft folgendes Gesammtbild von dem bunten und geräuschvollen Bade­leben in Schwalbach. „Man trifft unterweilen zu Schwalbach 600 CavalierS und Damen von gutem Stande, ingleichen viel tausend Personen von dem zweiten Range. Ich bin der Meinung, daß mehr die gute Gesellschaft als die herrlichen Eigenschaften der Mine­ralwasser die Ursache sind, welche viel Leute von allen Ständen und Würden nach Schwal­bach locken. Denn man würde sich sehr täuschen, wenn man glaubte, daß alle Diejenigen, welche diese Quellen besuchen, sie auch brauchen; der größte Theil findet sich nur zum Vergnügen ein. Viele auch gehen dahin, um auf Unkosten großer Herren, die offene