Zutelligenz-Blatt der freien Stadt /rnnkfnrt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- f^MR behörden, und den /raakfutter Nachrichte« als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 192. Donnerstag den 14. August 1856.
UeberblLÄs der GreLgNifse im Gediehe der politLschms rr»d Materiellen Jnterssssn.
Frankfurt, den 14. August. Wenngleich in der neuesten Zeit auf dem Gebiete der amtlichen Statistik ein reger Eifer erwacht ist, so sind die Publicationen doch so lange nicht fruchtbar, als die Presse nicht etwas für Verbreitung ihrer Resultate in weiteren Kreisen hin geleistet hat. Wir werden daher heute unseren Lesern einige Ergebnisse aus dem soeben veröffentlichten ersten Hefte, 1. Bandes, der neuen Folge der „Tafeln zur Statistik der österreichischen Monarchie, zusammengestellt von der Direction der administrativen Statistik" (Wien 1856) mittheilen. Nach Katastralvermessungen und den Aufnahmen des k. k. Quartiermeisterstabes hatten die 21 Kronländer des Kaiserstaates einen Umfang von 12,121$5/ioo geographischen Geviertmeilen. Die beiden kleinsten Gebiete find die „reichsunmittelbaren" Städte Triest mit l7%oo und Wien mit PAoo Geviertmeilen. Die Angaben über die auf diesem Flächengehalt nachgewiesene Bevölkerung beruhen auf den Ergebnissen der im Jahre 1850 vorgenommenen Volkszählung, welche, zum erstenmal seit mehr als einem halben Jahrhundert, die ganze Monarchie umfaßte. Die Gesammtzahl beträgt 36,398,620 Einwohner; das am dichtesten bevölkerte Kronland ist die Lombardei mit 7316, das am schwächsten bewohnte ist Salzburg mit 1172 auf die Geviertmeile. Was die Stände betrifft, so macht sich die polnische Nationalität in Galizien geltend durch die größte Zahl der Adeligen, 23,603; und in Tyrol ist weitaus die relativ größte Zahl der Geistlichen, 3930 auf 858,203 Bewohner, also fast 7zoo. Waö die jetzt besonders interessante Religionsverschiedenheit betrifft, so waren 1851: Katholiken 25,509,626, uniirte Griechen 3,505,686, nicht uniirte Griechen 2,751,846, Lutheraner 1,213,897, Reformirte 1,869,546, Unitarier 46,278, andere Seelen 455 und Israeliten 853,304 vorhanden. Das Militär (648,000 M.) ist dabei nicht mitgerechnet. In 4 Kronländern weist der Vergleich gegen 1846 eine bedeutende Verminderung der Bevölkerung auf, welche durch Cholera- und TyphuS-Epi- demien bedingt ist. Sie betrug für Schlesien 16,362, für Galizien 238,435, für die Militärgrenze 32,332, für Krakau und Gebiet seit 1848: 3795. Weniger hat dazu die Auswanderung beigetragen, über welche übrigens ungenügende Nachweise vorliegen, theils weil die Länder der ungarischen Krone gar nicht berücksichtigt sind, theils weil die Mehrzahl der Auswanderungen ohne Bewilligung erfolgt. Für das Jahr 1851 betrug die Auswanderung 2842, die Einwanderung 962. Was nun besonders wichtig ist, die Bevölkerungsmischung — darüber finden wir folgende Mittheilungen. Mit Ab-