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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Kankstrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfarter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 190. Dienstags den 12. August 1856.

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Frankfurt, den 12. August. Der ungenügende Ertrag der Ernten der letzten Jahre hat die Regierungen auf die Nothwendigkeit hingewiesen, genaue Aufstellungen über das Ergebniß derselben anfertigen zu lassen. Nicht weniger hat sich die Nothwendigkeit aufgedrängt, dies Ergebniß zu veröffentlichen, indem nur die allgemeine Kenntniß des wahren Zustandes von vorn herein auf eine Preisregulirung hinwirken kann, welche einerseits die plötzliche Preissteigerung vermeidet und andererseits zeitig auf gehörige Sparsamkeit beim Verbrauche ihren Einfluß ausübt. Die nöthige Ergänzung dieser Auf­stellungen über die Production sind nach der Seite der Konsumtion die Angaben über den Verbrauch der verschiedenen Arten von Nahrungsmitteln, welche gefördert wor­den sind durch die wissenschaftlichen Forschungen Liebig's, Moleschott's u. A.über den NahrungSwerth der thierischen und Pflanzenspeisen. Statistischen Nachweis über diesen letzteren Gegenstand geben auch die aus verschiedenen Ländern gesammelten An­gaben, welche der Obersteuerrath Ewald in dem Notizblatt des Darmstädter Vereins für Erdkunde kürzlich bei Gelegenheit eines Aufsatzes über die Konsumtion von Darm­stadt zusammengestellt hat. Für die Stadt Darmstadt berechnen sich 321 Pfd. Brod auf den Kopf, täglich etwa 28 Loth. Im Durchschnitt der Jahre 1846—48 betrug für 91 preußische Städte mit 1,800,000 Einwohnern die Konsumtion 330 Pfd., davon 90 Pfd. Waizen, 240 Pfd. Roggen. Der jährliche Verbrauch für Frankfurt ist 271 Pfd. Waizen und 50 Pfd. Roggen, zusammen 322 Pfd. Während so drei deutsche Gruppen vonStädtenbevölkerungen ein überaus ähnliches Ergebniß zeigen, kommen bei der ländlichen Bevölkerung ganz andere Resultate, ein viek bedeutendererBrodconsum zu Lage. Das Großherzogthum Baden ergibt 411 Pfd. (Vs Waizen, V» Roggen und Gerste), England 450 Pfd. (Waizen) und das klassische Land der Brodesser, Frank­reich, gar 495 Pfd., davon 60 pkt. Waizenbrod. Noch auffallender zeigt sich der Un­terschied zwischen Stadt und Land bei dem Fleischverbrauch, und unter den Städten zeichnen sich wieder die auö, welche an einer starken B esatzung eine ständige oder an zahlreichen Fremden eine wechselnde, regelmäßig Fleisch verbrauchende Bevölkerung haben. Während der Durchschnitt für Preußen nur 35 Pfd. jährlich beträgt, ist der­selbe für die Städte 83, in Koblenz, aus den zuletzt angegebenen Gründen, gar 140 Pfd. Noch höher war schon 1842, also durch die Fremden allein, der Betrag in Frank­furt mit 152 Pfd. veranschlagt. Der ebenso hoch an Ochsenfleisch allein für 1834