Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Crtrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 176 Samstag den 26. Juli 1856.
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Frankfurt, 26. Juli. Der Gustav-Adolph-Verein hat, wie alle großen Erscheinungen, einen sehr kleinen Anfang gehabt. Zur Feier der 200jährigen Wiederkehr des 6. November 1832, wo Gustav Adolph im Kampfe für den evangelischen Glauben fiel, hatte sich eine große Menschenmenge um den Schwedenstein bei Lützen versammelt. Die Versammelten wünschten ein großartigeres Denkmal für den Glaubenshelden, ein Wunsch, zu dessen Ausführung der Kaufmann Schild aus Leipzig eine Sechsersammlung im ganzen evangelischen Deutschland beantragte. Zunächst dachte man, wohl nur an ein Denkmal von Erz und Stein, aber da Gustav Adolph der evangelischen Kirche ein Helfer in der Noth gewesen war, sollte auf Dr. Großmann's Vorschlag sein Denkmal gleichfalls zum Retten aus kirchlicher Noth bestimmt sein, die Zerstreuten sammeln, die Schwachen stärken. So wurde denn zum Andenken an den großen Schwedenkönig ein Verein gegründet zur Unterstützung bedrängter Glaubensgenossen und zur Erleichterung der Noth, in welche durch die Erschütterungen der Zeit und andere Umstände protestantische Gemeinden in und außer Deutschland mit ihrem kirchlichen Zustande gerathen. Das erste Aufathmen dieses Vereins, der sich ziemlich- gleichzeitig in Leipzig und in Dresden bildete, geschah am 8. December 1832 in Leipzig durch die Veranstaltung der erwähnten Scchsersammlung; das nächste Lebenszeichen war eine engere Vereinigung der beiden Hauptvereine durch Aufstellung gemeinsamer Statuten, welche am 4. October 1834 dw Genehmigung der Regierung erlangten. Das erste Ereigniß, das zur weiteren Entwickelung des Vereins führte, bestand in der Anerkennung desselben durch die Könige von Preußen und Schweden, von denen der Letztere eine allgemeine Kirchencollecte auf 6 Jahre anordnete, welche dem Verein 10,000 Rthlr. einbrachte.' Das wichtigste Förderungsmittel des Vereins aber war die Vereinigung desselben mit dem in Darmstadt von dem Hofprediger Dr. Zimmermann gegründeten Verein zur Unterstützung hülfsbe- dürftiger protestantischer Gemeinden im Sept. 1842 und daS Protektorat Sr. Maj. deS Königs von Preußen. Dadurch trat der Gustav-Adolph Verein aus seinem Knospenzustande, um unter benf neuen Namen „Evangelischer Verein der Gustav-Adolph-Stiftung von Jahr zu Jahr schöner aufzublühen. Die erste schmerzliche Erfahrung des Vereins war der bayerische Erlaß vom 10. Februar 1844, welcher dem Vereine Bayern verschloß; doch waren auf der drit-