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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition; am Geisipförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 168. Donnerstag, den 17. Juli 1856.

Abonnementspreis für'S -albe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags Einrückungsgebühren; 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

UeberblLÄs der Ereignisse im Gebiete der politische« und MaterieKen Interessen.

Frankfurt, 17. Juli. Die Ruhe der Bade - und Reisezeit, welche die mittel­europäische Welt in einer allgemeinen Erholung genießt, wird von den beiden westlichen Halbinseln Europas nicht getheilt. In Spanien scheinen die Ansichten Derjenigen Recht zu gewinnen, welche an ein dauerndes Gedeihen des Landes nicht glauben wollen. Obgleich wir fast nur officiell gefärbte Nachrichten aus Spanien erhalten, so lauten die Nachrichten, durch die weite Verbreitung der Aufstände, dennoch noch drohender als vor zwei Jahren, wo O'Donnell's Militäraufstand auch in den letzten Zügen liegen sollte, während das angeblich hoffnungslose Unternehmen plötzlich zur siegreichen Revolution umschlug. Der Gang der Dinge in Spanien ist unberechenbar, da das jetzige System der Königin aufgezwungen worden ist, und bei der Langsamkeit der Verfassungsberathung noch keine Partei sich hat bilden können; die Gewohnheit der Militäraufstände ist in Spanien eingewurzelt, und findet bei dem in Parteien zerrissenen Lande kein genügendes Gegengewicht. Die Stellung der Regierung wird, auch finanziell, durch die Verhält­nisse zu Mexiko noch schwieriger. Spanien hat, um seine gerechten Forderungen gegen Mexiko geltend zu machen, den abschüssigen Weg der Drohung eingeschlagen, der mexi­kanische Kongreß aber erklärt, auf die Frage nicht einzugehen, ehe das spanische Geschwa­der die Rhede von Veracruz verlassen. Darauf ist Befehl ertheilt, die spanische Seemacht zu verstärken, und von Seiten Mexikos soll man die Absicht haben, durch eine Gebiets­abtretung die Hülfe der Vereinigten Staaten zu erlangen. Dort hat die Erwählung Buchanan's zum Präsidenten die größte Aussicht; Buchanan hat sich für die Monroe- Doctrin, also im wesentlichen für Fortsetzung der bisherigen auswärtigen Politik, aus­gesprochen, und eine andere Politik scheint überhaupt in Amerika keine Aussicht zu ha­ben. Eine solche Combination aber würde den Nordamerikanern Gelegenheit geben, ihre Lieblingsabsichten auf Cuba auf dem Wege des legalen Krieges auszuführen.

Die Ereignisse in Parma haben eine ungeahnte Wendung genommen. Mit der Freiheit des Entschlusses, welche jeder selbstständigen Regierung zusteht, hat die Herzogin- Regentin von Parma und ihr Ministerium sich entschlossen, statt der bisherigen Strenge unter dem Schutze österreichischer Militärmacht das System der Milde und der Versöh-