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Znteltigenz-Bl der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

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Donnerstag, den 26. Juni

Ueberblicke der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Juni. Die Bahnsysteme, welche an beiden Ufern des Mittel­rheins und an der Saar und Mosel sich bilden: WieSbaden-Rüdesheim, Mainz-Bingen, Bingerbrück-Koblenz, Trier-Saarbrücken, Trier-Lützenburg, Lützenburg-Arlon, entbehrten bisher der direkten Verbindung, welche nur auf weitem U/nwege durch die bayerische Pfalz möglich war, obgleich die Linie über Kreuznach schon 1839 projectirt und von 1844—48 bis zur Ausführung vorbereitet war. Theils das Zustandekommen der An­fangs genannten Bahnen, theils die außerordentliche Zunahme der Steinkohlenförderung im Saarbrücker Revier, welche seit sieben Jahren auf das vierfache sich gesteigert hat, und in der Versorgung der angrenzenden Ortschaften und zahlreichen Eisenwerke allein eine Basis für genügenden Ertrag der Bahn liefert, hat diesen alten Plan bekanntlich gegen Ende des vorigen Jahres wieder aufnehmen lassen. Die Frankfurter Bankhäuser Gebrüder Bethmann, Goll u, Söhne und Grunelius u. Comp. übernahmen von dem auf 9 Millionen Thaler (einschließlich der Verzinsung des Kapitals während der auf vier Jahre berechneten Bauzeit) angeschlagenen Bedarf ^/», während Vs denjenigen vor­behalten blieb, welche feinet Zeit zu den Vorarbeiten Beiträge geleistet. Vor Kurzem ist nun die Cvncessionirüng von Seite der'königl. preußischen Regierung erfolgt, welche die Leitung des Baues und den Betrieb übernahm, wodurch die Bahn den Vortheil hat, lauter vorgebildete und erfahrene Beamte zu erhalten. Von jenen 8 Mill. Thalern wird eine Million demnächst bei Schickler in Berlin zur Subskription aufgelegt; Cessionen von Gründungsansprüchen werden schon mit 6 pCt. Agio bezahlt. In der That ver­einigt das Unternehmen dieser 16 Meilen langen Bahn, welche die kürzeste Linie zwischen Frankfurt und Paris bildet, alle Bedingungen eines raschen Gedeihens. Sie hat als Kohlenbahn nicht nur, auch abgesehen von dem Personenverkehr, eine sichere Rente, indem einerseits die Ausbeute von Saarbrücken sich beständig steigert, und andererseits Nassau, daS an Eisensteinen so reich ist, seinen bedeutenden Kohlenbedarf um beinahe 12 Meilen näher über Bingen, wo eine Dampffähre die Kohlenwagen ohne Umladung auf die rheingauische Bahn nach Rüdesheim bringt, bezieht, — sondern auch niedrige Betriebs­kosten, welche in dem Voranschlag auf 35 pCt. der Roheinnahme angeschlagen sind, während sie auf der Berbacher Bahn sogar nur 30 pEt. betragen. Außerdem wird sie einen bedeutenden Personenverkehr, theils durchgehend nach Paris, theils local, besonders durch die Frequenz von Kreuznach, bedingt aufzuweisen haben, und derselbe wird sich