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Intelligenz-Blatt

der freie« Stadt Mnksuü, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

JE 130. Dienstag , den 3. Juni 1856.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl.30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Uebsr-lLeke der GrergKèffe im Webiete der politischen «nd Materiellen Interessen.

Frankfurt, den 3. Juni. Die preußische Regierung hat bekanntlich die Absicht, auch bei der diesjährigen Zollvereinsconferenz, wie scdon 1854, auf Herab setzung der 1844 erhöhten Eisenzölle anzutragen. Dieser Gegenstand ist eine Frage der allge­meinsten Bedeutung, da von der Billigkeit dieses Metalls die Entwickelung der Industrie und des Ackerbaues hauptsächlich abhängt. Dies ist auch der Grund, warum die dem Prohibitivsystem bisher hulvigenden Siaaten Frankreich und Oesterreich eine Herab­setzung der Zölle haben eintreten lassen, welche diesen Hebel deS Nationalwohlstandes bis­her belasteten. Wir wollen deshalb in Folgendem den Einfluß etwas näher betrachten welchen die Eisenzölle von 1844 auf die vereinsländische Production und Konsumtion und auf die Einfuhr geäußert haben. Nach den Berechnungen des königl. Preuß. Ober­bergraths, Herrn v. Carvall, sind 1847 in Preußen 2,921,423 Ctr. Roheisen gewonnen worden, welche aus England ohne Zoll bezogen, einen Werth von 3,893,144 Tblr. dar- stellcn würden, im Lande gewonnen aber 5,185,290 Thlr. Produktionskosten veranlaßten, und um 6,470,344 Thlr. verkauft würden; sonach kosteten diese 2,921,000 Ctr. so viel als 5,127,000 Ctr. englisches Eisen, was einen Verlust von mehr als 2,200,000 Ctr. für den Verbrauch ergibt. Bei den jetzigen Eisenzöllen kostet ein Spaten 1 Sgr., eine Art 2 Sgr., eine Heugabel IVa Sgr., eine Sense 3'/-Sgr., ein Pflug 1 bis 1Vi Thlr., eine Egge Vs Thlr., ein Wagen 10 bis 20 Thlr., ein Hufeisen 1 Sgr., ein Pferdege­schirr 5 bis 20 Sgr., ein Frachtwagen 35 bis 40 Thlr. Schutzzoll für seine Eisenbe­standtheile. Nicht minder durchgreifend als in der Landwirthschast macht sich diese „Fabri­kantensteuer" in den Gewerben fühlbar. Auf einem Ambos liegen 6 bis 8 Thlr., auf einer Feile 5*/i Sgr. Schutzzoll und so geht es mit größerer oder geringerer Be­steuerung durch bei Schmied und Schlosser, Zimmermann und Maurer, Schneider und Schreiner, Gärtner und Windmüller, der auf seiner Mühle etwa 100 Thlr. Fabrikan­tensteuer ruhen hat, und endlich kommt das Küchen- und HauSgerâth, so daß jede Haus­haltung mitbezahlt und natürlich nach Kräften das theuere, aber dauerhafte Metall durch vergängliches Holz ersetzt. Besonders lähmend aber wirft dieser Zoll auf den Schiffs­bau und die Anlage von Fabriken. In Bezug auf die Production im Zollverein