Intelligenz-Blatt der freien Stitt Ksckstrt, ^^ verbunden mit dem A»t«lstt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Fraskfirtrr Uachrichtt» als Extrabeilage. ^^WWD
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(Expedition; am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)
M 102. Dienstag, den 29. April 1856.
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Frankfurt, 29. April. Wir wollten heute einige Betrachtungen über die einzelnen Bestimmungen des Friedens unseren Lesern vorlegen, wir müssen dieses Vorhaben aber verschieben, da auch heute noch Krieg die Losung ist, — Krieg nicht um Sebasto- pol, wohl aber zwischen der deutschen und der römischen Presse. Die ultramontanen und die ihnen sinnesverwandten Blätter verfolgen seit lange jene bequeme Tactik, anzugreifen und dann die Abwehr als unerhörten Friedensbruch zu bezeichnen. Die Blätter der erwähnten Farbe haben während des orientalischen Krieges die Politik der deutschen Regierungen „schwach, uneinig, rath- und ehrlos" genannt; sie haben denselben gerathen, „Minister in ihren Rath zu nehmen, welche das Vertrauen der drei Großmächte, Frankreichs, Englands und Oesterreichs, besäßen"; sie haben ganz Deutschland als „Balast", als Staaten, die eine geduldete Eristenz in Europa führen, bezeichnet. Im Gegensatz dazu haben sie nicht nur in der Einsetzung der Bourbonen 1815 und den Bestimmungen des Pariser Friedens von 1814 die Quelle aller späteren Revolutionen gesehen, sondern sie haben auch die französische Politik als eine von der Sorge um Deutschlands Wohl, Deutschlands Ehre geleitete dargcstellt. Wenn nun die deutsche Presse sich solchen Anschauungen nicht anzuschließen vermag, so wird sie denuncirt und verdächtigt; wenn die deutsche Presse andeutet, daß Oesterreich doch auch eigene Interessen in den Donaufürstenthümern zu vertreten hatte; wenn sie gegen den Versuch, mit 38 Millionen des G e- sammtstaates Oesterreich die erste Rolle in Deutschland zuzuweisen, auf Bundesmatrikel und Mutiersprache der deutschen Länder Oesterreichs verweist, so ist das „albern" und „kleinlich", „eitel" und „lächerlich". Welches Beiwort soll man aber einem „Gebahren" geben, welches uns damit schrecken will, daß eine rohe Nation vor Jahrtausenden eine Pest als Folge einer Volkszählung betrachtete? Wehe uns, wir haben ja vor fünf Monaten auch eine Volkszählung veranstaltet! Wenn die deutsche Presse darauf hinweist, daß das bisherige Polizei- und Soldatenregiment, diese beständigen Interventionen mit ihren Belagerungszuständen, Standrecht, mit Transport „Verdächtiger" nach fremden Festungen rc. erfahrungsgemäß in Italien zu nichts anderem führt, als den Haß der Eingeborenen gegen ihre fremden Herrscher zu steigern, den vor-