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Intelligenz-Blatt der freien Stadl Kankfnrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

Jg 82. Samstag, den 5. April 1856.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für de ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Abormements-Bestellrmqen auf das Jntelligenzblatt, verbunden mit dem Amtsblatt und den Frankfr rter Nachrichten, werden täg­lich in der Expedition angenommen. '

Neberbliâ der Greègmffe im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.

Frankfurt, den 5. April. Die künftige Stellung der Rajahs und die Reorga­nisation der Fürstenthümer waren von Anfang an als Gegenstand der Conferenzen be­zeichnet worden, welche zu Konstantinopel zwischen den Pfortenministern und den Ver­tretern der Decemberalliirten stattfanden. Mit welcher Eile die Konferenz dem ersten Theil ihres Programmes genügt hat, ist bekannt, den Erfolg wird die Zukunft lehren. Nicht so rasch hat der zweite Theil seine Erledigung gefunden, und fortdauernd hören wir von den wachsenden Schwierigkeiten, welche der Lösung dieser Aufgabe entgegen­treten. Zwar sind auch in dieser Beziehung Conferenzbeschlüsse gefaßt worden, welche im Wesentlichen den Statusquo mit einigen die Stärkung der ottomanischen Oberherr­lichkeit bezweckenden Modifikationen aufrecht erhalten. Nichtsdestoweniger figurirte die Fürstenthümerfrage in hervorragender Weise auch auf dem Programm des Pariser Kon­gresses. Jetzt wird sich auch dieser auflösen und die definitive Organisation bleibt als Aufgabe einer Specialcommission nach wie vor offene Frage. Der Grund ist einleuch­tend. In der Rajahfrage kam es nur darauf an, den möglichen Widerstand der Pforte zu überwinden, wesentliche Meinungsverschiedenheiten waren unter den Vertretern der europäischen Mächte nicht vorwaltend. In der Frage der Fürstenthümcr dagegen zeigt sich ein auffallender Kampf widerstreitender Interessen. So viel Parteien sich berufen glauben, ihre Stimme abzugeben, so verschieden gestaltet sind die Wünsche, welche ans Tageslicht treten. England, sagt man, wünsche die Vereinigung beider Länder unter der constitutionellen Regierung des Fürsten Carignan, Oesterreich träumt den unteren Donau­staat mit einem kaiserlichen Prinzen aus dem Hause Habsburg an der Spitze. Frank­reich protegirt die Herzogin von Parma, aus Gründen, welche mit der italienischen Frage in Zusammenhang stehen. Die Pforte will ihre Oberherrlichkeit gewahrt wissen. Endlich was die Betheiligten selber anbetrifft, so schien es in der Rajahfrage überflüs-