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Intelligenz-Blatt

dkl freien Stadt /rankfurt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- W behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. H ^

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 80. Donnerstag, den 3. April 1856.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Mbonuetnents-BeftellèMgen auf das Jntelligenzblatt, verbunden mit dem Amtsblatt mit den Frankfurter Nachrichten, werden täg­lich in der Expedition angenommen.

NeberbSiEe der Greigmsfe iw Gebiete der politische« rmd materieKen J«teresse«.

Frankfurt, den 3. April. (Zur Situation). Der Friede wird dem Vernehmen nach in zwei Instrumenten ausgefertigt werden, deren eines die eigentliche Friedensur­kunde, nur von den wirklich im Kriege begriffen gewesenen Theilen unterzeichnet werden wird, während dem andern, das die Abänderungen deS Julivertrags von 1841 bezüglich der Meerengen enthält, auch die beiden Großmächte Deutschlands ihre Unterschriften beisetzen werden. Dem zufolge, was über den Inhalt der Friedensurkunde verlautet, scheint dieselbe kaum mehr zu sein als eine etwas weitere Ausführung der Wiener Sti­pulationen. Sehr wichtige Punkte sind der weiteren Verständigung durch Commissäre oder eigene Verträge überlassen. So ist, da in der Zwischenzeit die am 1. Februar in Bessarabien angenommene Bergkette abhanden gekommen ist, die Ausführung der Grenzlinie im Sinne des Wiener Protokolls unmöglich geworden, und es wer­den nun gemeinsame Commissirre eine Grenzlinie aufzufinden haben, welche den in Wien ausgestellten Sätzen womöglich entspricht. Ebenso ist den Donaufürstenthümcrn eine Verfassung zugestchert, welche ihren Wünschen entspricht. Nun ist aber bis jetzt nicht nur nichts geschehen, die Wünsche des Volkes in dieser Hinsicht zu erfahren, son­dern Oesterreich hat bekanntlich in sehr energischer Weise Kundgebungen der Art durch Verhaftung ihrerVermitteler beseitigt. — Dahlmann hat einmal sehr treffend bemerkt: „Es sei ein schlechter Fechter, der blos dahin parire, woher der letzte Streich gefallen." Diesen Fehler hat in den letzten Jahren die öffentliche Meinung in Bezug auf die Do­naufürstenthümer sich zu Schulden kommen lassen. Man hat alles Unheil derselben stets von Rußland kommen sehen, und die historische Thatsache vergessen, daß ursprünglich der russische Schutz herbeigesehnt wurde, von den Rumänen, als ein Gegengewicht gegen die türkische Gewaltherrschaft. Die Parteien in der Moldau und Wallachei, so vielfach sie gespalten sein mögen, stimmen gegen jede Vermehrung des türkischen Einflusses auf ihr