Intelligenz-Blatt der freies Stadt Kackstrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Muksarter Nachrichtea als Extrabeilage.
(Expedition: am Gerstpförtchen, Schlachthausgaffe 2L)
M 70.
Samstag, den 22. März 1856.
Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebührenr 6 kr. für die gayze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
^^” Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Ums gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Üebeeblièke der Ereignisse m Gebiete der politischen und mntemeLlsn Interessen.
Frankfurt, 22. März. Das Jahr 1856 wird Epoche machen in der Geschichte deS deutschen Eisenbahnwesens. Es ist vielleicht in manchem Jahre eine größere Anzahl Meilen eröffnet worden, als in dem laufenden dem Verkehre übergeben werden kann, aber noch in keinem ist ein solcher Fortschritt geschehen, alte Sünden gut zu machen und dem Ziele sich zu nähern, daß der Schienenweg die Regels nicht die Ausnahme unter den größten Verbindungswegen bildet. Unter „alten Sünden" verstehen wir theils die Ablenkungen von den uralten und natürlichen Verkehrswegen, welche in früheren Jahrzehnten politische Rücksichten den Eisenbahnen aufgezwungen, theils die die Vernachlässigung der Ostwestlinien in ganz Süddeutschland. In O est erreich wird zunächst in dessen außerdeutschen Theilen die galizische Linie bis Lemberg, vielleicht spater bis zur Bukowina und nach Siebenbürgen zum Anschluß an die moldamsch-wallachnchen Straßen, die Theißbahn bis Semlin, zur Verbindung mit der großen Belgrad-Eonstan- tinopeler Straße verlängert werden. In den österreichischen Bundeslanden wird der ungeheure Umweg aus Süddeutschland nach Wien über Dresden und Prag abgekürzt durch die Aufnahme des Donauwegs in's Eisenbahnnetz; die Simen Wlen-Lmz-Pastau und Linz-Wien-Salzburg find gesichert. In Preußens alten Provinzen ist man ebenfalls auf Abkürzung des WegeS zwischen Berlin und Ponn über Stettin niid Stargard durch Bau einer Bahn zwischen Frankfurt a. O., Kustrin und Kreuz bedacht gewesen. Hinterpommern soll durch eine Bahn von Stargard nach Koslm und Kolberg dem Weltverkehr genähert und die Niederschlesisch-Märkische mit der Wlttenberg-Rlsaei ^Bahn durch eine Schienenverbindung zwischen Guben und Burgsdorf über Kalau, Fmstmvalde und Liebenwerda verbunden werden. Auf das Bermächtmß von einer Million Thaler, welches