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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den frankfurter Aachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

^L 68. Donnerstag- den 20. März 1856.

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer MontagS. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

U^b" Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

UeberbLèâe der Ereignisse im Gebiete der politischen nnd Materiellen JntereUen.

Frankfurt, den 20. März. ES ist in der That eine auffallende Erscheinung, daß die ö st erre i ch isch e Presse, während sie dem Wiener Cabinet das Hauptverdienst an der Einladung Preußens zu den Pariser Conferenzen zuschreibt, zugleich diese Einladung alS eine unverdiente hinstellt und Preußens bisherige Haltung in der orientalischen Frage einer tadelnden Kritik unterwirft. Wir führen in dieser Beziehung namentlich einen Wiener Artikel der „Oesterr. Ztg." an., welcher ganz geeignet ist, die Meinung zu erwecken, daß der österreichischen Presse die Einladung Preußens höchst unwillkom­men ist und daß nicht Oesterreich es ist, welches diese Angelegenheit in der Cvnseren; betrieben hat. Mit dieser Haltung der österreichischen Presse stimmt eine Nachricht der „D. Allg. Ztg." vom 18. d. M. überein, nach welcher nicht Österreich, sondern gerade Frankreich die Einladung Preußens bewirkt habe. Bemerkenswerth ist es ferner, daß außer der österreichischen nur die englische Presse den Zutritt Preußens benutzt, um der Anerkennung, welche Preußens selbstständige Politik sich errungen hat, feindlich entge­gen zu treten. Die Ausfälle deS „Morning Advertiser" und des „Sun" gegen Preußen bekunden, auf schlagende Weise den Aerger über die Niederlage, welche die englische Po­litik in dieser Frage erfahren hat; sie heben es ausdrücklich als erniedrigend hervor, daß Preußen ohne vorgängiges Ansuchen und ohne besondere Bedingungen eingeladen ist, daß es die Thatsache der Einladung lediglich abgewartet und auf diese Weise seine bis­herige politische Stellung den Westmächten gegenüber nicht aufgegeben hat. Jene Zei­tungen liefern einen Commentar zu der Erklärung, welche Lord Palmerston im Parla­ment am 13. verweigert und am 14. mit offenbarem Widerstreben und innerem Miß­behagen abgegeben hat. In scharfem Contrast damit steht die Haltung der französischen