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Intelligenz Blatt der freien Stadt Kanksurt,

verbunden mit dem AmtLdtgU, Organ der hiesigen Staats- ââWD behörden, und den Franksorter Nachrichten als Extrabeilage. ^^WH

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

M 62. Donnerstag, den 13. März 1856.

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

V^M^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in ZtOOO Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

Weberbliâ der Greigmsse im Gebiete der poLèLLfcheW und MaterielLen Interessen.

Frankfurt, den 13. März. Wir wollen die politische Ebbe benutzen, um unseren Lesern im heutigen Ueberblicke einige Züge aus der vaterstädtischen Vorzeit vor­zuführen, welche in Bezug auf die eben beginnende Messe stehen und auch sonst Beziehungen zur Gegenwart haben. Es ist vielfach auf die Verödung deS südlichen Theils unserer Stadt hingewiesen worden, an welcher theils die Abnahme des Meßver- kehrs, theils die Ueberflügelung des Mains durch die Eisenbahnen als Verkehrstraße schuld sei. Wir finden nun in Beziehung auf die frühere Wichtigkeit des MainstramS für den Meßverkehr folgende interessante Angaben. Anfangs waren die Meßbuden aus­schließlich am Mainufer aufgeschlagen. Erst 1546 in der Herbstmesse ließ ein Nürnber­ger die erste Hütte auf demRömerberg aufschlagen, und als 1573 in der Herbstmesse den Schreinern befohlen wurde, auf dem Liebfrauenberg 60 Hütten aufzuschlagen, bezogen kaum 10 Kaufleute dieselben, weil dieser Ort zu weit vom Römer gelegen. In der That war der Main nicht nur die bequemste, sondern auch die sicherste Verkehrsstraße. Wurden doch noch 1517 sieben Wägen voll Güter von Sickingen's Reisigen vor der Mainzer Pforte geplündert, und nach Ebernburg geführt! — Wenn wir vor 450 Jahren politi­sche Streitigkeiten zu eigenem Schaden auf das Handelsgebiet verlegen gesehen, so ist das weniger auffallend, als wenn wir heute Nassau mit Verweigerung des Durch­zugs der Kölner-Wetzlarer Bahn durch das Dillthal dieses Verfahren wiederholen sehen. Der alte Fall, den wir meinen, ist, daß 1406 Die von Nürnberg ihren Bürgern und Kaufleuten verboten, nicht nur die Frankfurter Messen zu beziehen, sondern auch 8 Meilen da­von weder zu kaufen, noch zu verkaufen, wogegen der Rath von Frankfurt seinerseits jede Ausfuhr nach Nürnberg verbot. Erst nach einem Satire konnten König Ruprecht und der