Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
â 60. Dienstag, den 11. März 1856.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
V^K^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend in ZtOOO Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
AeberbltLke dee Exeigrüsfe iw Gebiete der politische« «nd MKtSxèeReK JVLexsMn.
Frankfurt, den 11. März. Frankfurt rückt der Zeit immer näher, wo in seiner Umgebung die Eisenbahnen an die Stelle der Landstraßen treten und von Concurrenz- Bahnen kaum noch die Rede sein kann. Je weiter das Eisenbahnnetz sich entwickelt, desto schwerer ist es auch zu sagen, ob eine neue Strecke den bestehenden nützlich oder schädlich ist, ob sie denselben mehr Verkehr zu- oder ableitet, ja eS kann der Fall eintreten, daß eine solche neue Bahn einem Theile der älteren Bahnlinie einen Theil des Verkehrs ableitet und doch derselben nützt, indem sie im Großen den Strom der Reisenden und Waaren dieser Richtung zulenkt. So wird z. B. die Alsheim-Alzeicr Bahn, wenn bis Kaiserslautern verlängert, der Strecke KaiserSlautern-Ludwigshafen schaden, um so mehr aber der Strecke KaiserSlautern-Berbach nützen, indem durch diese Abkürzung für Norddeutschland jede Concurrenz der Linie Straßburg-Paris mit der Ludwigs- Hafen-Berbacher Bahn unmöglich wird. Die Furcht vor Concurrenzbahnen wird überhaupt sich mindern, wenn man den steigenden Güterverkehr aller Bahnen berücksichtigt und wenn man bedenkt, welcher gesteigerte Wechselverkehr zwischen Land und Stadt durch die Eisenbahn hervorgerufen, wie viel Gegenstände überhaupt erst transportabel werden, wenn sie durch Eisenbahngelegenheit verfuhrt werden können. Bei den Einwendungen gegen die Nothwendigkeit und Rentabilität unserer vielbesprochenen Verbindungsbahn scheint uns diese überall beobachtete riesige Steigerung des Verkehrs zu wenig beachtet zu sein. Auf den Satz, den wir an die Spitze gestellt, zurückkommend, ist eS unbegreiflich , wie man überhaupt die Nothwendigkeit einer Verbindungsbahn in Abrede stellen will.