Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. I
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 56. Donnerstag, den 6. März 1856.
Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
<$£■§57' Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend in 41000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
UeberMiä der (Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Jnterefsett.
Frankfurt, beiuß. März. Bei dem Beginne der Pariser Conferenzen haben sich die Mitglieder derselben das feierliche Versprechen gegeben, über den Gang der Verhandlungen ein vollständiges Schweigen zu beobachtn. Und doch hat die Presse seit dem Eröffnungstage eine Menge von Nachrichten über die stattgehabten Verhandlungen .gebracht. Sind diese Nachrichten wahr, so hat die Diplomatie ihr Versprechen gebrochen; — ist dies nicht geschehen, so sind sie weiter nichts als die Phantasien und Conjecturen erfinderischer Publicisten und Börsenspekulanten, um die Neugierde des Publikums zu befriedigen und die Taschen ihrer Mheber mit Procenten zu füllen. In dem letzter« Falle bieten diese publicistischen Nebelbilder keine Gewähr für die Nähe des Friedens und in dem ersteren ist der Bruch eines gegenseitig gegebenen Versprechens kein günstiges Omen für die Haltbarkeit der Zusicherungen, welche das Friedensinstrument enthalten wird. Wir befinden uns ebensowenig in der Lage, über die Authenticität jener Mittheilungen ein sicheres Urtheil abgeben zu können, als wir uns versucht fühlen, statt der wirklichen Vorgänge und Thatsachen unbeglaubigte Nachrichten unseren Lesern vorzuführen. In der Ueberzeugung, daß der von allen Seiten gewünschte Friede, wenn er dauerhaft sein soll, nicht das Werk einer hastigen Eile, sondern nur die reife Frucht gegenseitiger Verständigung sein kann, erscheint es uns angemessener, auf den Frieden zu warten, als ihn bei jedem entstehenden Zwiespalt sofort verloren zu geben. Daß durch die Thatsache der Friedens-Conferenz selbst noch nicht alle Keime des Zwiespaltes beseitigt sind, ist einleuchtend und tritt um so mehr hervor, wenn man von den persönlichen Wünschen und Ansichten der leitenden Staatsmänner ab auf die bleibenden