Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Ksskfirt, ^^^
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staars- behörden, und den /rauksorkr Nachrichten als Extrabeilage. [ I
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 54. Dienstag, den 4. März 1856.
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U^cjSr’ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen,^worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Ueberblèâ der GreigmM im Gebiete der politischen und Matsriellen Interessen.
Frankfurt, den 4. März. Le congrès danse, maig il ne marche pas, sagte bekanntlich dec witzige Fürst Ligne vom Wiener Congreß. Es scheint, daß die Pariser Konferenzen oder — um mit dem Moniteur zu reden —den Congreß dasselbe Schicksal erwarte. Auf die Eröffnungssitzung am 25. Februar, welche vier Stunden dauerte, folgte eine Pause, welche durch Gastmähler und Concerte ausgefüllt wurde. Ueber den Inhalt jener Sitzung vernimmt man, daß darin Graf Malewski als Präsident der zwölf Gesandten der sechs Mächte anerkannt wurde, jedoch ohne entscheidende Stimme. Man hofft wohl, daß nie die Mehrheit zweifelhaft sein werde. Es sei, so wird versichert, nach Verlesung der Protokolle, das Wiener Protokoll vom 1. Februar als Präliminarvertrag angenommen; es sei dann die weitere Verhandlung durch Noten beschlossen worden. Ein Waffenstillstand, vorläufig bis zum 31. März, ist vereinbart worden, während dessen weder zu Land, noch zur See Angriffsbewegungen stattfinden sollen, ohne daß jedoch die Verhängung einer Blokade dadurch gehindert würde. Gegen die von Oesterreich vorgeschlagene Grenzlinie in Bessarabien erklärten die russischen Bevollmächtigten sich aus geographischen Gründen. Sie bestritten nämlich das Vorhandensein der Hügelkette oder Wasserscheide, welcher die Grenzlinie folgen sollte, und die vorgelegten Karten schienen ihre Ansicht zu bestätigen. Eine Commission, bestehend aus Graf Malewski, den Vertretern Englands, den Grafen Orloff und Buol, soll diese Angelegenheit untersuchen und darüber berichten. Die Unterzeichnung deS Sitzungsprotokolles und somit jener Beschlüsse war bisher noch nicht erfolgt; angeblich blieb dies der zweiten Sitzung vorbehalten.