Znlelligenz-Blatt der freien Stitt /rmkstü, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankstrter Nachrichten als Extrabeilage. I
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 48. Dienstag, den 26. Februar 1856.
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Ueberbliâ der Greigrüsfe im Gebiete der politischen uhS materiellen Interessen.
Frankfurt, den 26. Februar. Die Aufnahme, welche dem vom Pariser Journal „Le Siecle" über die westmâchtliche Entwickelung der fünf Präliminarpunkte gebrachten Artikel in den Spalten des officiellen Organs der Regierung, im Moniteur, zu Theil geworden ist, hat, es ist nicht zu leugnen, mitten unter den Friedensharmonieen der französischen wie der deutschen Presse einen seltsamen Mißton hervorgerufen. Es mag sein, daß der letztere nicht diejenige Beachtung verdient, welche man ihm beizulegen geneigt ist; es mag sein, daß, trotz seines unzweifelhaften Ursprungs in den Bureaux des auswärtigen Ministers, jener Artikel Nichts weiter bezweckt als die Beseitigung deS Eindrucks, welchen der neuerdings so klar hervorgetretene Antagonismus in der Haltung der französischen und der englischen Presse auf die russischen Unterhändler so gut wie auf jeden Anderen hervorgebracht haben mußte. In jedem Falle gebührt dem Moniteur daS Verdienst, inmitten des allgemeinen Friedensrausches zur nüchternen Anschauung der unleugbaren Schwierigkeiten zurückgeführt zu haben, welche bei der unzureichenden Fassung der Präliminarien noch zu beseitigen bleiben und welche sich so wenig weg- diSputiren lassen, wie die entschiedene Divergenz der Meinungen deS französischen und deS englischen CabinetteS. Die Frage, ob nach der Fassung deS dritten Punktes die Werke von Nikolajeff unter die Kategorie der „Seearsenale im schwarzen Meer" gehören, war von der deutschen Presse von dem Augenblick ab hervorgehoben worden, wo die Wiener Propositionen bekannt wurden. Der Siecle oder vielmehr der Moniteur, welcher dessen Ansichten adoptirt, meint, durch die Beibehaltung der ursprünglichen Redaction gegen den ausdrücklichen Widerspruch deS Grafen Nesselrode, welcher den Ausdruck: „an den Ufern des schwarzen MeereS" verlangte, sei jeder Zweifel im Voraus gelöst worden. Allein in Wahrheit hat man die Entscheidung nur vertagt und die zweideutige Fassung besteht nach wie vor. Die neuesten Nachrichten lauten dahin, Rußland sei selbst in dieser Richtung bereit, der Wiederherstellung des europäischen Friedens namhafte Opfer zu bringen. Aber in jedem Falle sind Gründe genug vorhanden, welche neben dem buchstäblichen Wortlaut diese Frage zu Gunsten Rußlands entscheiden und die beharrliche Aufrechterhaltung dieser Anschauung von Seiten des letzteren um so mehr