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Intelligenz-Blatt der freies Stadt FraskfM, ^M verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats-

behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. |

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

J£ 46* Samstag, den 23. Februar 1856.

AbonnementSpreis für'S halbe Jähr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Aebsrbliâ Der GreigniM im Gebiete Der politische« und materiellen Zutereffen.

Frankfurt, den 23. Februar. Man muß eS als einen Fortschritt in der deut­schen Publicistik bezeichnen, daß die objective Anschauung der Dinge im Gegensatz zur subjectiven Politik, die Realpolitik im Gegensatz zu persönlichen Zu - und Abneigungen in den letzten Jahren so viel häufiger geworden ist. Als ein Symptom dieser Umwand­lung mag der kürzlich im „Wochenblatt für die bayerische Pfalz" (Mannheim bei Ho­grefe) erschienene Leitartikel betrachtet werden, welcher die Motive behandelt, die bei den einzelnen Mächten auf den Frieden hingewirkt haben, und dessen muthmaßliche Folgen entwickelt. Als dessen Verfasser wirb Gervinus bezeichnet. Wir theilen den Gedan- keirgang dieses Artikels unseren Lesern mit, ohne alle seine Aufstellungen zu unterschrei­ben. Der Verfasser beginnt mit dem Satze, daß wohl keiner der österreichischen Staats­männer eine eigentliche Feindschaft gegen Rußland Hege und dessen Demüthigung wünsche, welche allerdings am wirksamsten durch den Verlust von Polen hätte erreicht werden können. Nicht nur der gemeinsame Besitz polnischer Gebietstheile stimme Oesterreich wie Rußland gegen ein unabhängiges Polen, sondern noch mehr habe Oesterreich an Un­garns Grenze die Debatte der Presse und der Kammern, ein politisches bewegtes Leben, wie es mit einem selbstständigen Polen unzertrennlich verbunden ist, zu scheuen. Wenn Oesterreich den Krieg gegen Rußland gedroht, so sei dies theils im orientalischen In­teresse geschehen, theils aus der finanziell dringenden Nothwendigkeit , dem gespannten Zustand ein Ende zu machen. Wie nun die Sache sich gestaltet» so habe Oesterreich, in­dem eS sein Gewicht dem der Gegner zugesellte, Rußland den Dienst geleistet, die Frie­densbedingungen leichter annehmbar zu machen. Frankreich habe kein Interesse, einen Krieg aufs Aeußerste fortzusctzeü, wo der erste Schlag so unüberlegt geführt worden, und in England greife der mit englischem Blut geführte Krieg so tief in die Familien- verhältniffe ein, daß die Regierung auf die friedliche Stimmung Rücksicht nehmen müsse, wenngleich es in der Art Lord Palmerston's liege, vielleicht noch durch einige solche Tricks, wie die Gebietsregulirung in Bessarabien, die Verhandlungen hinzuhalten und zu stören. Rußland endlich gehe im Wesen gestärkt aus dem Kriege hervor. Der Ver­fasser glaubt nicht an die Erschöpfung eines so ungeheueren Reiches; das Vorurtheil