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Intelligenz-Blatt der freie« Stadt Kanksurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage, b ----*»og)®@ec*-- (Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 44. Donnerstag, den 21. Februar 1856.

AbonnementSpreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungögebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Veberblicke der Greignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 21. Februar. (Bettler Konstantinopels). Mit dem Frühling, mit den Veilchen und Tulpen, schreibt Moritz Hartmann aus Konstantinopel, wachsen hier aus Wegen und Stegen die Bettler aus dem Boden, und ich widme ihnen einige Zeilen, weil sie zum mindesten so interessant sind, wie die vielbeschriebenen stolzen HidalgoS im zerrissenen spanischen Mantel, wie die bettelnden Jupiterköpfe RomS und die glücklichen Faulenzer Neapels. Was ihre Ahnherren betrifft, stehen die Bettler Konstantinopels höher als alle Bettler der Welt.- Viele von ihnen tragen den grünen Turban, der aus eine directe Abstammung vom Propheten deutet. Türken und Griechen, Eroberer und Unterjochte, bilden die große Mehrzahl unter den hiesigen Bettlern; die fleißigen und klugen Armenier liefern diesem Stande nur selten ein vom Unglück besonders verfolgtes Individuum; die spanischen Juden ziehen die niedrigsten Arbeiten der Bettelei vor; dafür stellen die Italiener ein starkes Contin- gent und senden auch, um die Völkermusterkarte Konstantinopels auch in der Bettler­welt zu vervollständigen, selbst Aelhiopien, Arabien und Syrien manches braune oder schwarze Kind des Elends. Der Türke bleibt selbst als Bettler seiner ursprünglichen Natur getreu. Da liegt er auf der Brücke oder auf irgend einem sanften Hügelabhang, so bequem und behaglich, als wäre er ein Pascha, der sich gemächlich seinem Khef hin­gibt. Nur für einen Augenblick läßt er seinen Tschibuk oder die Cigarette ruhen, um den Vorübergehenden anzusprechen. Hat er sein Almosen, so spricht er noch Einiges über Allahs Güte und legt sich dann wieder hin, um ruhig weiter zu rauchen. Den Stolz des Rechtgläubigen wie des Eroberers hält er gegen den moslemitischen wie christlichen Geber aufrecht; alS Gläubiger fühlt er sich dem Großvezier gleich, den er, wenn Gott will, morgen ersetzen kann; als Eroberer und Gläubiger ist er über jeden Franken erhaben, wenn er ihn auch anbettelt. So setzt er sich denn auch, wenn er ge­nug gebettelt hat, in'S Kaffeehaus und plaudert ganz gemüthlich mit denselben Moslems, die ihm vor wenigen Minuten Almosen gegeben, und wenn er am Samstag, dem Tage der Runde, in das Comptoir des europäischen Kaufmanns kommt, benimmt er sich wie jeder andere Besucher, stellt seine Pantoffeln hin, wärmt sich am Mangal, zündet seine