Intelligenz-Blatt der freie« Stadt Frankfurt, verbunden mit dem AmtSktatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
«M 42. Dienstag, den 19. Februar 1856.
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Ueberblicke der Greignifse Lm Webiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. Februar. (Zur Situation.) Am 23. wird, den Zeitungen zufolge, der Pariser Congreß eröffnet werden. ÄstitSpannung wird man seinen Berathungen folgen, obgleich die Börse die Früchte eines wirklichen Friedensschlusses jetzt schon vorweg genommen hat, trotz Nikolajeff und den Donaufürstenthümern. Die Presse von Wien und Paris hat von den entgegenstehenden Erwägungen bisher keine Notiz genommen, vielleicht um die Speculanten in ihrem Eifer nicht zu stören. In der That aber bieten besonders die Donaufürstenthümer große Schwierigkeiten dar. Vor Allem ist diese Benennung unklar. Handelt cs sich von der Moldau und Wall ach ei oder auch von dem Donaufürstenthum Serbien? Zwar hat Rußland nie vertragsmäßig eine solche Herrschaft in Serbien geübt, wie in der Moldau und Wallachei, aber es war.nicht weniger als diese ein halbsouveränes Fürstenthum, wo die Türken vertragsmäßig auf den Besitz weniger Festungen beschränkt waren. Es hat seine Rechte nicht von fremden Mächten, in deren eigenem Vortheil bei Friedensschlüssen geschenkt erhalten, sondern in blutigem Kampfe selbst errungen. In Serbien ist ein entwicklungsfähiges inneres Staatsleben, ein lebhaftes Nationalgefühl, das seine Bewohner an dem Kampf ihrer österreichischen Stammcsgenoffen gegen die Magyaren thätigen Antheil nehmen ließ, nicht zu verkennen. Die Serben vor Allem werden die Früchte ernten wollen, welche Hs der freieren Gestaltung der Verhältnisse der RajahS erwachsen, zumal da durch serbisches Gebiet die Eisenbahn laufen soll, welche Konstantinopel dem europäischen Einfluß völlig erschließen wird.
Aber auch für die Moldau und Wallach ei bleiben Schwierigkeiten genug; man hat versprochen, auf die „Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung" bei der definitiven Organisation dieser Länder Rücksicht zu nehmen, zweifelsohne wird unter diese Wünsche eine Verfassung gehören, und England, welches sogar den jonischen Inseln eine parlamentarische Verfassung gegeben hat, wird ebenso gewiß dies Verlangen unterstützen, als Oesterreich und Frankreich ihm entgegenwirken werden; Sardinien ist bekanntlich bei diesen Verathungen nicht zugezogen worden. Wenig Aussicht zur Annahme hat wohl der Vorschlag „Deutschlands", welches vor wenigen Tagen in einem Leitartikel sich ungewöhnlich freundschaftlich gegen die Molda-Wlachen erwies, sie so u-