Intelligenz-Blatt
der freie» Stadt MM, ^^
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frauksvrter Nachrichten als Extrabeilage. l^^Ä^ /
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JK 38. Donnerstag, den 14. Februar 1856.
Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Eimrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile. t ........ - '^'"^' .....^ ■■■ "> - '; ^-'..... -..... ^= Ueberblicke der GreègnLUe im Gebiete der politische» und materiellen Interesse».
Frankfurt, 14. Februar. Wie noch kürzlich nach Petersburg, so sind gegenwärtig aller Augen nach Paris gerichtet, und mit Spannung sieht man der Eröffnung der Conferenzen entgegen , welche Europa den Frieden wiedergeben sollen. Daß diese Aufgabe ihre glückliche Lösung finde, dafür sprach neuerdings die unverkennbare Annäherung, welche sich zwifchen den Cabinetten von Paris und Petersburg vorbereitet. Es mag dahin gestellt bleiben, ob die von französischen Blättern, namentlich dem Con- stitutionel, so sehr gerühmten Sympathieen Alexanders II. für Frankreich und Napoleon III. in der Wirklichkeit eristiren, ob die dem Ersteren in dieser Beziehung zugeschriebenen Aeußerungen gegen den Grafen Esterhazy in Wahrheit begründet sind; ganz unwahrscheinlich sind sie nicht, und gewiß ist, daß die Haltung der französischen Presse, welcher offenbar von oben herab eine neue Losung ertheilt ist, an sich schon ein bedeutsames Symptom zu Gunsten einer politischen Phase bildet, deren praktischen Nutzen unter den französischen Staatsmännern Chateaubriand schon unterm 11. December 1823 in einer Note an den Gesandten von Spanien hervorgehoben hat und für welche die Geschichte kurz vor 1830 einen Präcedenzfall liefert. Unter solchen Verhältnissen schwindet für England immer mehr und mehr jede Aussicht auf den gehofften Kampf dieses Jahres, welcher durch einen gegen Kronstadt zu führenden Schlag wenigstens den Ruf seiner maritimen Suprematie und der Wirksamkeit der ihr zu Gebote stehenden Mittel retten sollte, nachdem Hinsichts seiner Befähigung, zu Lande eine angemessene Streitmacht zu entwickeln, die Erfahrung der verflossenen Jahre entschieden ungünstig ausgefallen war. Dennoch scheint man dort entschlossen, sich nicht umsonst für einen bevorstehenden Kampf eingerichtet, nicht umsonst ungeheuere Summen auf maritime Rüstungen verwendet zu haben, wie solche in den Annalen des Seekrieges bisher noch nicht dagewesen sind, und je friedfertiger sich die Dinge in Paris gestalten, desto dunkler wird der politische Horizont in Washington. Dort ist zu den Streitigkeiten über die zu Anfang des gegenwärtigen Krieges auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten von der britischen Regierung organisirten Werbungen noch ein Streit über die Auslegung des Bulwer-Clahton'schen Vertrages vom Jahre 1850 getreten. Dieser Ver-