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Intelligenz-Matt

der freien Stadt /rankfurt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- ^^ behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

J£ 36. - Dienstag , den 12. Februar 1856.

AbonnementSpr§is fürH halbe Iaht 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für-die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueber-liHe -er Ereignisse im Gebiete der politische« «nö materiellen Interessen.

Frankfurt, den 12. Februar. DaS erste Heft der Zeitschrift für deutsche Cultur- geschichte: „Bilder und Züge auS dem Leben deS deutschen Volkes, herausgegeben von Dr. Johannes M ü lff r, Eonftrvator der AltertdumSsammlung am germanischen Museum, und Johannes Falke, Nürnberg, Verlag von Bauer, und Raspe", enthält auch von dem fleißigen -Wundenforscher Dr. Röm e r - B ü 4 n unsere Vaterstadt betreffenden

fleißigen Mündenforscher Dr..Römer-Mchyer einen uirsexe Vaterstadt betreffenden Aufsatz. Derselbe ist betitelt: „Wohlleben und Prachtlièbe der Gesellschaft Vimburg zu Frankfurt ä. M." und gründet sich auf das Werk des Rathsherrn Johann Friedrich Faust von Aschaffenburg, der in den Unruhen von 1612 ^16 als Handtgegner der Bür­ger auftrat: „Anfang und Fortgang, auch Sitten und Gewohnheiten der Adeligen Ge­sellschaft auf alten Limburg", wobei die Handschrift des Bernhard Rohrbach (t 1482) benutzt ist, der die Sitten seiner Zeit schilderte. Wir heben namentlich die Beschreibung hervor, wie 1466 die Fastnacht gefeiert wurde, wo am Sonntag und Montag großes Gelage auf der „Stube" und Abends Tanz war; am Dienstag aber tanzt man nach dem Abendessen aus dem „deutschen Haus" und trinkt dabei neuen Wein und firnen Wein, und darnach geht man zu St. Johann, da tanzt man nicht, sondern ißt Hâringe, und dann geht man zu St/Antonius, da tanzt man wieder-und trinkt rothen Wein und weißen Wein. Besonders machen wir auf den vier Seiten langen Küchen- und Kostenzettel der Fastnachtsfeier von 1525 aufmerksam, welche 4 Tage dauerte und bei welcher 2Vi Ohm weniger 4 Maas firnen und 2 Ohm 4 Maas neuen Weines auf­gingen. Gutschmecker auS der historischen Schule werden sich ebenso an dem Küchen­zettel jener Zeit erfreuen, als Statistiker sich für die beigesetzten Preise interesfiren. — Außer diesem vaterstädtischen Beitrag heben wir noch hervor: Die Bettler zu Effel­der von G. Brückner, zvo der Verfasser aus. dem Beispiele eines kleinen Dorfes in Mei­ningen und dem Verzeichniß der Bettler aller Stände, welche um 1667, alsö 19 Jahre nach dem westfälischen Frieden, dort einsprachen, die-ganze Fülle von Elend und Ver­wilderung aufweis't, in welche der dreißigjährige Krieg Deutschland gestürzt hatte. Un­ter den M i S c e l l e n ist besonders (interessant eine Auswahl von Frauenlectüre, „für Frauen von gewecktem Verstand", welche für 35Thlr. herzustellen sei. Die Bemerkung,