Intelligenz-Blatt
der freien Stndt Frankfurt, ^^^
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. I ^^^^W
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
^U 28. Samstag, den 2. Februar 1856.
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UebsâLiâ der GreLgniUe im Gebiete der politischen «u- vaterieve« JvtereUen.
Frankfurt, 2. Februar. Ob die Präliminarien bereits in Wien unterzeichnet sind, darüber fehlt es bis jetzt noch an einer authentischen Nachricht. Dagegen ist eine Vereinbarung bereits über den Ort der demnächstigen Friedenskonferenzen zu Stande gekommen. Man hat sich für Paris entschieden, nachdem England seine Einwendungen zurückgenommen. Es muß auffallen, daß von einer Betheiligung der Pforte an die Vorverhandlungen durchaus nicht die Rede ist, obwohl gerade der Krieg in ihrem Interesse begonnen worden. Wie man der Börsenzeitung aus Paris schreibt, erfährt der Gesandte der Pforte über den Stand der Fragen, die seinen Staat betreffen, das Wichtigste immer erst aus den Zeitungen. — Diese Rücksichtslosigkeit, welche die Schutzmächte ihrem Schützling beweisen, läßt darüber keinen Zweifel, daß es sich gegenwärtig um ganz andere Interessen, als um diejenigen der Türkei handelt. Aus diesem Grunde aber kann man auch einem allseitig befriedigenden Resultate der Conferenzen nicht mit vollständiger Gewißheit entgegensehen. Freilich darf man hoffen, daß die Betheiligten sich bemühen werden durch gegenseitiges Entgegenkommen die divergirenden Interessen auszugleichen; aber eben so gewiß ist eS auch, daß dieses Entgegenkommen in den Interessen selbst sein Maß und seine Grenze findet. Namentlich ist es England, welches durch seine Forderungen dem schleunigen Zustandekommen des Friedens Schwierigkeiten bereitet. Wir machen in dieser Beziehung auf einen Artikel des „Morning Herald" aufmerksam, in welchem aufs Neue die österreichischen Proposttionen zurückgewiesen werden. Der „Morning Herald" will nicht behaupten, daß der Friede unmöglich sei, aber er bezweifelt aufs Entschiedenste, daß die orientalische Frage auf diesem Wege geordnet werden könne. Friede möge kommen, aber ein Frieden, der Europa betrüge, der die Interessen Englands außer Acht lasse und die letzte Hoffnung der Türkei vernichte. Die österreichischen Vorschläge seien durchaus nicht dazu angethan, die Suprematie Rußlands