Intelligenz Blatt der freien Stadt Mnksuü, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats-
behörden, und den Frankfurter Aachrichten als Extrabeilage. |
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JK 20. Donnerstag, den 24. Januar 1856.
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UeberbliÄe der (Ereignisse im Gebiete der politischen
. und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 24. Januar. Es ist eine bemerkenswerthe Thatsache, daß die französische und englische Presse die gegenwärtige politische Situation in fast entgegengesetztem Sinne auffassen, Wie die „Times", dexen Ansicht wir in der vorigen Nummer mitgetheilt, so äußern sich auch die übrigen englischen Zeitungen. Ein Artikel der ministeriellen „Morningpost" sagt sogar: „Oesterreich hat demGzaren nicht den ganzen Inhalt unserer Forderungen mitgetheilt." Anders dagegen die bedeutendsten Organe der französischen Presse. Der Friede ist noch nicht geschlossen — sagt das Journal „des Debats", — wir wissen das vollkommen und sind in keiner Beziehung die Gefoppten. Aber ehrlich gesprochen, ist heute die Situation dieselbe, wie vergangenes Jahr um die gleiche Epoche? Sind denn die Bedingungen, unter welchen die Conferen- zen diesmal eröffnet werden, dieselben, unter welchen sie vergangenen April begannen? Statt blos allgemeine Bedingungen zu stellen und die Grundlagen einer Uebereinkunft festzusetzen, bietet das neue Ultimatum der Verbündeten einen eben so klaren und deutlichen Tert, als möglich, es ist so zu sagen ein fertiger Vertrag. Ohne also zu behaupten, daß Alles geschehen sei, alle Schwierigkeiten zu beseitigen, kann man doch wenigstens sagen, daß das Schwerste geschehen sei. Hierin unterscheidet sich die gegenwärtige Situation wesentlich von der des vergangenen Jahres. — Der „Assemblee nationale" dünkt der Friede nicht blos gesichert, sondern nahe bevorstehend. Da die Bedingungen einmal im Principe angenommen seien, liege der Friede im Interesse aller MächteEuropa's, wenn auch nicht aller betheiligten Mächte. —„Le Pays" spricht sich eben so zuversichtlich aus, und findet die Situation im Vergleiche zu der des vergangenen Jahres in jeder Beziehung dem Frieden günstiger. „Zu dem kommt noch von allen Seiten der loyale Wunsch hinzu, den Frieden wieder hergestellt zu sehen. Der Westen eben so gut, als Rußland, sehnt sich darnach, die Waffen niederzulegen, .die nicht mehr in unsere Zeit passen, und allen moralischen und Civilisationsfortschritten Hindernisse entgegen stellen. Wir glauben also, daß die Aussichten auf eine gänzliche Verständigung so groß sind, als man nur immer wünschen kann." — „La Patrie" bemerkt, die Conferenzen würden ohne Zweifel bald eröffnet werden und entsagt auch