Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt /rankfnrt, ^^^.

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. L HU^W j

-—-—»rsSAGsiFÄsT»-———

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

â 18. Dienstag, den 22. Januar 1856.

Abonnementöpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungs gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbttcke der Ereignisse im Gebiete der politischen und nrNteriMèn Interessen.

Frankfurt, 22. Jan. Die Hauptorgäne der deutschen Presse haben die Ansicht auSgeiprochen, daß mit der Annahme der Basis die Schwierigkeiten erst beginnen, welche in der Uebercinkunft über die Einzelheiten der Friedensbedingungen liegen. Auch die „Times", welche zuerst einen ganz beruhigten Artikel gebracht hat, findet schon nach zwei Tagen die Weltlage weniger gesichert. In ihrem Blatt vom 17. Januar ignorirt sie scheinbar, waS sie erst vorgestern in Bezug auf ihre Antwort Rußlands gesagt. Doch fühlt man sehr wohl auS der ganzen Fassung ihres Artikels heraus, daß der Wider« spruch zwischen heute und vorgestern sie doch einigermaßen genirt, und daß an die Stelle des neulichen Redeflusses eine umschweisige Gewundenheit der Darstellung getreten ist. Nachdem freilich eben erst erklärt worden war, daß durch die von Rußland gemachten Zugeständnisse dem europäischen Interesse genügt sei, und daß die Westmächte ihrerseits sich dadurch befriedigt finden könnten, war es schwierig, heute mit demselben Feuer das Entgegengesetzte zu behaupten. Die Times rückt daher mit dieser neuen Aufgabe nur leise und allmälig vor. Sie beginnt ihren Artikel, als hätte sie neulich der Frage über die Abtretung eines Gebietstheils von Bessarabien und über den Verzicht auf eine Wie­derbefestigung von Bomarsund noch gar nicht erwähnt; obgleich doch der ganze Zweck ihrer vorgestrigen Auseinandersetzung dahin ging, den einen Punkt als ein speziell österreichisches, den andern als ein speziell schwedisches Interesse zu bezeichnen und die Bereitwilligkeit der Westmächte zur Fortführung des Kampfes um jener beiden Punkte willen, nur unter der Bedingung in Aussicht zu stellen, daß Oesterreich und Schweden sich aktiv an dem Kriege betheiligten. Ob man besorgt hat, daß diese Erklärung in Frankreich Anstoß erregen könnte, muß dahin gestellt bleiben; es konnte indeß der Auf­merksamkeit nicht entgehen, daß gerade die „Morningpost" gestern die Versicherung ab­geben zu müssen glaubte, England werde „hinter seinem tapferen Alliirten jedenfalls nicht zurückbleiben", wenn eS der Erneuerung deS Kampfes bedürfen sollte, um die voll­ständige Annahme des von Oesterreich dem russischen Cabinet vorgelegten FriedenSpro« grammS durchzusetzen. Mit erkünstelter Unbefangenheit beginnt nun heute die Times re der Morni ngp ost sich adäquirenden Betrachtungen in folgender Weise; „Nie-