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gemacht hat; und ist auch Schweden noch nicht in Sardiniens Fußtapfen getreten, fo ist doch das Rußland im Voraus Versagte, den Westmächten aber nicht Versagte für England namentlich in alle Zukunft von höchstem Vortheil, indem es von England auch über den jetzigen Krieg hinaus die Gefahr, zur See von Rußland ernstlich angegriffen zu werden, entfernt. Dem Stockholmer Cabinet muß eine feste Ueberzeugung von der Unwandelbarkeit der jetzigen politischen Constellation inwohnen: eine russisch-englische, eine russisch-französische Allianz muß ihm unmöglich dünken, und wenn etwas das Außerordentliche des Vertrags erhöhen könnte, so wäre eS dessei scheinbare völlige Un­terschätzung Seiten Englands und die bestimmte Verneinung geheimer Artikel in den Londoner Blättern. — Dieser Gewinn der Westmächte im Norden wurde aber acht Tage darauf in Kleinasien durch den Fall von KarS so sehr überwogen daß man jetzt im Zweifel sein könnte, auf wessen Seite der günstigere Jahresabschluß sei. Wohl wahr, Kars fiel durch Hunger. Aber Südsebastopol war auch nicht durch Mangel an Brav­heit gefallen: die Unmasse des geschleuderten Eisens hatte die Steine zerbröckelt, und während die Westmächtlichen in der Krim sich eines nur sehr geringen Landstrichs als besetzt erfreueten, und ihre südlichen Flotten vorzugsweise nur die Ufer „benagt" hatten, ihre nördlichen aber gar sieglos nach Hause kehrten, so ist die Einnahme von Kars von viel größerer Tragweite. Schlimm zuvörderst, daß man die brave Besatzung verhun­gern ließ, aber die Eroberung von KarS wiegt in den Augen der Orientalen den Ver­lust von Sebastopol auf und hat einen großen commerciellen Werth; die auch unter günstigen Aipecten nicht von ihren Bergen herabgestiegenen Tscherkessen und andere zweifelhaften Völkerschaften schließen sich nun um so weniger dem occidentalen Krtegs- glück an, und endlich, woher eine Armee, um Murawieff zu delogiren? Die Türken allein gewinnen schwerlich gegen ihn die Oberhand; die Engländer können keine Armee kaufen; und — die Franzosen? Ehre ihren Waffen! Aber ist jede Vervielfältigung deS KriegStheaterS an sich bedenklich, so würde den Franzosen bei einem weiteren Kriege in der Krim, bei einer Landung gegen Petersburg immer die Hauptlast verbleiben; und bei jedem tieferen Eindringen in Feindesland mehren sich die Gefahren des Angreifen­den und die Waffen deS Angegriffenen. Würde auch Kronstadt kein zweites Sweaborg, so ist Petersburg noch nicht Moskau. Auch Moskau's Verlust ward keine tödtliche Wunde und das Jahr 1856 ist für alle Theile bereits das dritte KriegSjahr; es gibt Verhältnisse, über die der größte Muth allein nicht Herr wird, und je lebhafter die Anspannung, desto früher oft die Abspannung. Gewiß war es recht unb klug, die rück- kehrenden Krimtruppen feierlich in Paris einziehen zu lassen; dürfen aber diese Scenen sich wiederholen? Wie zaghaft spricht die Rente und wieviel Glück und Unglück enthält ihre Schwankung! — Gewiß hat Kaiser Napoleon einen hohen Grad von Klugheit bewiesen und seinen Herrscherberuf bewährt, aber gewiß verkannte auch er wohl am wenigsten das Bedenkliche deS ferneren Krieges. Vom weiteren Krieg hat nur Eng­land Gewinn; man kann noch mehr sagen: England nur Gewinn, Frankreich nur Scha­den. Es ist daher wohl zu glauben, daß Frankreich den Frieden ernstlich wünscht und nicht unmöglich macht. Innere FriedenSgründe hat Rußland wie Frankreich, nur daß sie weniger zu Tage gehen und bei einer alten Dynastie weniger auf dem Spiele steht. Die Wcstmächte haben ihre Forderung gethan. Kann der russische Kaiser nach seiner und seines Reiches Lage jetzt auf diese Vorschläge eingehen? Er wird in ernsthafte ge­neigte Verhandlungen eingehen können; er wird in Paris und Wien denselben Friedens­willen vorfinden, und eS schleifen sich wohl noch manche Spitzen der Proposttionen in den Verhandlungen ab. So ist daher jetzt und gerade jetzt auf beiden Seiten die Mög­lichkeit, — auf beiden Seiten das Recht zum Frieden und darum auch auf beiden Sei­ten die Pflicht dazu vorhanden."