Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kaakfurt, X5| verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. $
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
«M 2. Donnerstag, den 3. Januar 1856.
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Veberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 3. Januar. Es gereicht der Humanität unserer Zeit zu hoher Ehre, daß, nachdem schon über eine Million Gulden auf die Aufsuchung Franklin's verwendet ist und über seinen Untergang kein Zweifel mehr herrscht, wenn auch die Art und Weise noch nicht aufgeklärt ist, diese Bemühungen nicht ruhen. Am 22. Juni ist abermals eine Expedition, bestehend auS 3 Booten, 2 Offizieren und 18 Matrosen mit Lebensmitteln auf drei Monate vom Fort Resolution am großen Sklavensce abgegangen, sie ist nach dem großen Fischflusse und den naheliegenden Küsten bestimmt, wo nach Rae'S Erfahrungen Franklin mit seinen Gefährten den Untergang gefunden haben soll. Von allen Franklinsuchern hat der Amerikaner Dr. E. K. Kane die höchste Polhöhe erreicht. Aber diese Breite ist in dem Meere nördlich von Spitzbergen bereits öfter erreicht worden. Kane kam zu Lande auf Schlitten 1854 bis 82° 30', eben so weit sind gelangt zur See, Cap. Martin von Peterhead 1837, Dr. Whitworth im Schiffe Truelove 1837, der norwegische Grönlandsfahrer Sensen 1853. Bis 82° sind gelangt Cap. W. Willis von Hull 1848 und der norwegische Grönlandsfahrer Aeolus 1855; weiter als alle aber kam (bis 82" 40' oder gar 45') Sir Edw. Parry im Jahre 1837 auf Schlitten- Booten gegen eine mächtige Strömung. Die Erfahrungen dieser kühnen Seefahrer haben dazu beigetragen, die bisherige Ansicht von der Beschaffenheit des Nordpols mächtig zu erschüttern. Die Thatsache nämlich, daß nördlich von den nördlichsten bisher bekannten Ländern ein nie zufrierendes, ganz eisfreies Meer existirt, steht im Wiederspruch mit der Ansicht, als ob die Temperatur in gleichem Verhältnisse mit der Entfernung der Breitengrade vom Nordpol abnähme. Die früheren Expeditionen bewegten sich zwischen dem 70 und 77° in einem labyrinthischen Systeme von Länderstrecken und Inseln, die durch schmale Canäle roll Eis und Gletscher und für Schiffe sehr schwierig und gefährlich zu befahren, verbunden sind. Daraus hat man allgemein den Schluß gezogen: Wenn die Polargegendca zwischen dem 70 und 77° N. B- so schwierig und gefährlich zu befahren sind, wie viel mehr müssen sie eS noch weiter gegen Norden und unter dem Pole selbst sein. Man hatte sogar berechnet, wie groß die mittlere jährliche Temperatur am Pole sein müsse im Vergleich zu den südlichen Breiten. Dagegen haben die Beobachtungen Parrys, Wrangel's, Anjou'S, Penny's (1851),