Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats-
' behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 307. Samstag, den 29. December 1855.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 29. Dec. Der vierte Jahrgang von Otto Hübner's' trefflichem Jahrbuch für Volkswirthschaft und Statistik enthält eine reichhaltige Abhandlung über deutsches Eisenbahnwesen nach dem Stand von 1853/54, welcher wir folgende Angaben entlehnen. Wenn man zunächst die vier an Eisenbahnen reichsten Staatencom- plere der Welt nach dem Stand Ende 1854 vergleicht, so kommt auf I. Vereinigte Staaten von Nordamerika 4550 preußische Meilen, auf II. Großbritannien und Irland 1720, auf III. Deutschland mit Ostpreußen und Posen 1207, auf IV. Frankreich 621 Meilen. Das in II. darauf verwendete Capital beträgt 1906, das in I. 897, das in 111. 540 und das in IV. 534 Mill. Thlr. Preuß. Cour. Es hat in II. die Meile 1,108,140, in IV. 860,000, in III. 447,3'90, in I. 197,140 Thlr. gekostet. ES kommt eine Meile Eisenbahn in l. auf 324Ao Geviertmeilen, in IV. auf 157Ao, in HI. auf 10’/io, in II. auf 3’/io. Es kommt eine Meile Eisenbahn in I. auf 5274, in II. auf 16,032, in HI auf 39,351, in IV."auf 57,620 Einwohner. Auf den Kops Bevölkerung trifft ei» Anlagekapital von 69'/io Thlr. in II., von 374Ao in I., von 14eA o in IV und von IP/i in in. — Nach dem Bericht der Directicn des Eisenbahn-Vereins gab es 1853 — außer den österreichischen Staatsbahnen, der Wien-Raaber, der Hessischen Ludwigs- und der Frankfurt-Hanauer Bahn von etwa 200 Meilen Länge, welche auS Mangel an Auskunft nicht mit berücksichtigt werden konnten, 950 Meilen in Deutschland mit 15 Staars- und 32 Pcivat-Directionen. Die unter Staatsverwaltung stehenden Bahnen hatten eine Länge von 486'/- preuß. Meilen, die unter Privatverwaltung stehenden 463 'A Meilen. Von diesen 950 Meilen waren nur 19l oder '/- der Gèsammt- länge mit doppeltem Geleise versehen. Das Gewicht der Schienen wechselte von 7Vr Pfd. auf der Nürnberger Bahn bis 25V« Pfv. auf der Rheinischen Bahn, den laufenden Fuß als Einheit gerechnet. Nimmt man im Durchschnitt 20 Pfd. an,, so erhält man die Menge von 15 Mill. Ctr. Eisen, welche als Schienen verwendet sind, wenn man nämlich zu den 20 pCt. Doppelgeleise noch 15 pCt. Nebengeleise in den Bahnhöfen rechnet. Die Zahl der elektrischen Telegraphenstationen war 581, ungefähr 1 : 1% Meilen Bahn; neben den elektrischen haben die meisten Bahnen noch optische Telegraphen.