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Intelligenz-Blatt der freien Stadt /rankfnrt, verbunden wir dem Amtsblatt, Organ Der Riesigen StaalS dehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage.

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(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaste 21.)

M 294. Donnerstag, den 13. December 1855.

Die Abgabe von Inseraten wird bei herannahendem Weihnachtfeste mög­lichst Bormittags erbeten, wenn besonderer Werth darauf gelegt wird, daß solche am folgenden Tage erscheinen.

Die Expedition -es Jntelligenzblattes.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 13. December. Die Erweiterung der gegenseitigen Handelsver­bindungen der Völker, die damit zusammenhängende Vermehrung des Verbrauchs aus­wärtiger Erzeugnisse, die Nützlichkeit und selbst die Nothwendigkeit für die Regierungen, nicht blos die productive Kraft des eigenen Staates, sondern auch die der übrigen Län­der zu kennen, hat der Statistik einen neuen Aufschwung gegeben. Sie war früher durch die übertriebenen Ansprüche einiger ihrer Beförderer, welche aus ihr eine speku­lative Wissenschaft machen, und sie auf Erscheinungen anwenden wollten, die außerhalb deS Bereiches ihrer Wahrnehmungen liegen, in der öffentlichen Meinung etwas gesun­ken. Die Neigung mancher Statistiker, aus willkürlich aufgestellten Behauptungen Re­sultate zu Gunsten dieser oder jener politischen Theorie ziehen zu wollen, hatte Mißtrauen in die Sache selbst eingeflößt. Besonders in Frankreich war die Kunst, Zahlen zu be­liebigen Zwecken zu gruppiren, und bei den Untersuchungen über die materiellen Zu­stände der Staaten mehr die Einbildungskraft als die Erfahrung zu Rathe zu ziehen, im Großen ausgeübt worden, und hatte neben manchen Wahrheiten auch eine Menge von Irrthümern in Umlauf gefegt. In neuester Zeit hat man, wie die statistischen Con- greffe in Brüssel und Paris beweisen, angefangen, auf diesem Gebiet eine vorherrschend praktische Richtung einzuschlagen, die Erscheinungen mit mehr Unparteilichkeit zu beo­bachten, und ju fühlen, daß die Statistik kein erclusiveS System befolgen, sondern sich so eng als möglich den Thatsachen anschließen muß, indem sie nur so ihren Zweck, Re­gierungen und Völker über nationale und internationale Interessen der Staaten aufzu­klären, erreichen kann.

Die besondere Statistik der einzelnen Länder war, wenigstens in einem Theile Eu- ropa'S, da daS hierzu nöthige Material nicht erst in der Ferne gesucht werden durfte, und bas Steuer - und Zollwesen bedeutende Aufschlüsse geben konnte, weit genug ge­diehen. Aber die vergleichende Statistik, die Kenntniß von den productiven Kräften der verschiedenen Staaten, ohne welche die Statistik in enge Grenzen eingeschlossen bleiben