Einzelbild herunterladen
 

ZntelligenzBIatt

Ler freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

•--- -es*®®©®*- —-

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

JS 290. Samstag, den 8. December 1855.

Die Abgabe von Inseraten wird bei herannahendem Weihnachtfeste mög­lichst Vormittags erbeten, wenn besonderer Werth darauf gelegt wird, daß solche am folgenden Tage erscheinen.

Die Expedition des Jntelligenzblattes.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 8. December. Die glückliche Heimkehr Dr. Barth's von sei­ner Reise nach Centralafrika, ein Ereigniß der äußersten Seltenheit, da die Reihe der Opfer afrikanischer Entdeckungsreisen fast so viel Namen zählt, als eS überhaupt For­scher waren, unter denen wir nur die deutschen Seetzen, Burkhard, Hornemann, Rönt­gen, Vogel, Overweg, Reitz 2c. nennen wollen, hat die öffentliche Aufmerksamkeit dem Werke, welches Dr. Barth über seine Reise veröffentlichen wird, und den Schicksalen des noch in Afrika verweilenden jüngsten Mitgliedes der Expedition, Dr. Vogel, zuge­wendet. Ueber das erstere theilt August Petermann im 9. Hefte der „Mittheilungen aus Justus Perthes geographischer Anstalt" folgendes mit: Dr. Barth bat während sei­ner sechsjährigen Reise nach Centralafrika ein so regelmäßiges Tagebuch geführt, daß er täglich seine Entdeckungen, Beobachtungen und Erfahrungen ausgezeichnet hat; ja sogar, wenn er vom Fieber befallen, dem Tode nahe war, hat er wenigstens in sein Tagebuch geschrieben, daß er zu krank und elend sei, um das Tagesereigniß zu Papier zu bringen. Aber in den glühenden Regionen der Sahara, in den unwegsamen Ländern des fernen Südens, auf den angestrengtesten Märschen oder auf der Flucht, unter den kriegerischen Tuariks und den fanatischen Fuhla's, hat er, wenn nicht durch schwere Krankheit verhindert, stets seine Forschungen zu Papier gebracht. WaS das heißt unter solchen Umständen, wird der zu schätzen, zu bewundern wissen, der eS versucht hat ein Tagebuch zu führen auf kleinen Ausflügen in der Heimath. Die Ausarbeitung dieses seines Tagebuchs zu einem zusammenhängenden Bericht seiner Reisen hat Dr. Barth sogleich nach seiner Rückkehr nach Europa begonnen. ES werden davon zwei Ausgaben erscheinen: Die deutsche bei Perthes in Gotha, die englische bei Longman in London. Die Karten werden ebenfalls bei Perthes angefertigt.

Dr. Eduard Vogel aus Leipzig hat ebenfalls schon höchst interessante ethnogra­phische Beobachtungen und viele wichtige Orts- und Höhenbestimmungen mitgetheilt. Wie man sich einen dortigen Sultan vorzustellen hat, erhellt aus seiner Schilderung des