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Zntelligenj-Blatt der freien Stadt Frankfurt, ^^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

42 286. Dienstag, derr4. December 1855.

Die Abgabe von Inseraten wird bei herannahendem Weihnachtfeste mög­lichst Bormittags erbeten, wenn besonderer Werth darauf gelegt wird, daß solche am folgenden Tage erscheinen.

Die Expedition deS Jntelligenzblattes.

UeberblLcke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. December. Wenn der König von Preußen zu seinem Volke spricht, sagt die Preuß. Corr, in ihrer Besprechung der Kammereröffnung, so sind wir gewohnt, Worte der gewissenhaftesten Aufrichtigkeit und des innigsten Vertrauens zu hören: Offen­heit und Vertrauen kennzeichnen auch dieses Mal die Rede, mit welcher Se. Majestät den Einweihungsact der neuen LegiSlatur-Periode vollzogen hat. Sie verhüllt nicht den Ernst der Zeit; sie verschweigt nicht die Sorgen, welche schwerer noch auf dem landes­väterlichen Herzen, als auf der Bevölkerung selbst lasten; allein sie darf mit Genug­thuung die Gesammtlage deS Landes als eine befriedigende darstellen und mit Zuver­sicht auf die Zukunft hinweisen, welche sich einer an materiellen Hülfsquellen reichen, in allen Zweigen der Wissenschaft, Kunst und Industrie rüstig vorschreitenden, durch Hingebung an König und Vaterland wie durch Gottvertrauen starken Nation eröffnen.

Die Weisheit der Regierung hat das Land zwar vor den Opfern des Krieges, nicht aber vor dem Druck der Theuerung zu bewahren vermocht. Der unzulängliche Ertrag der letzten Ernte in Verbindung mit den durch den Krieg veranlaßten Hemmungen deö Verkehrs hat eine Preissteigerung der wichtigsten Nahrungsmittel herbeigeführt, unter welcher alle Völker Europa'S, namentlich aber die unbemittelten Klassen schwer leiden. Sr. Majestät Regierung hat ihrerseits alle in ihrer Macht stehenden Vorkehrungen ge­troffen, um der zunehmenden Theuerung und dem daraus entspringenden Nothstände entgegenzuwirken. Sie hat die reichlichere Versorgung deS Landes mit den wichtigsten Lebensmitteln durch die Aufhebung der Einfuhrzölle begünstigt und ist bemüht gewesen, durch kräftigen Betrieb der öffentlichen Bauten, wie durch lebhafte Ermunterung aller gewerblichen Unternehmungen, der dürftigen Bevölkerung lohnende Arbeit zu sichern. Dagegen hat sie sich von allen HemmungS-Maßregeln fern gehalten, welche nicht allein einèn Eingriff in das Privat-Eigenchum einfchließen, sondern auch, durch Beschränkung deS Verkehrs und durch Lähmung der Privat-Speculation, die Theuerung zu steigern und in einen wirklichen Mangel zu verwandeln drohen. Die königliche Rede deutet mit