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Zntelligenz-Blati der freien Stadt Frankfurt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StäätS«

behötdek, und dèn Frankfurter tlaWchten als Ertrabrilägr.b ^^^^^^^

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 278. Samstag, den 24 November 1855.

Die Abgabe von Inseraten wird bei herannahendem Weihnachtfeste m ög­lichst Vormittags erbeten, wenn besonderer Werth darauf gelegt wird, daß solche am folgenden Tage erscheinen. „ . ,

Die Expedition des Jntelligenzblattes.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiets der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 24. November. „Die zum Frieden mahnenden Stimmen" — äußert sich die seit dem 19. d. M. in London erscheinende „deutsch-englische Correspondenz" — „werden lauter und machen den Gegnern viel Unruhe. Während diese kein Ende fin­den ihre Entrüstung über CobdenS letzte Epistel aüszusprechen, fetzte andererseits DiSraelis- Preß ihre Agitationen für den Frieden fort, und wenn dieS Blatt in voriger Woche, als eine Art Präludium, den Satz aufstellte, „daß der gegenwärtige Zeitpunkt zur Wiederaufnahme von Friedènsverhandlungen ganz besonders geeignet sei, weil der bis­herige Sieg der Westmächte keine Demüthigung Rußlands in sich schließe", so geht sie in dieser Woche dazu über, die entschiedene Friedensgeneigtheit des französischen Gouver­nements zu beweisen. Sie glaubt dieselbe in folgenden drei Erwägungen ausreichend begründet zu finden: erstens darin, daß dem Ehrenpunkte durchaus ein Genüge gesche­hen sei; zweitens in dem Umstand , daß die orientalische Frage nie und. nimmer durch eine Schwächung Rußlands, sondern lediglich durch Schutz und Kräftigung der Pforte gelöst werden könne und drittens endlich darin, dâß die Stellung Oesterreichs in den Donaufütstenthümern immer bedenklicher erscheine und von einer gesunden Politik ein „Arrangement" erheische, mit andern Worten einen Frieden, der jener Okkupation mit einem Schlage ein Ende mache. „Aber — so fährt „die Preß" fort — wie stich­haltig immerhin diese, aus der Natur der Sache hergeleiteten Erwägungen sein mögen, dennoch sind wir im.Stande für die Friedensgeneigtheit des französischen Gouvernements bestimmtere Belege beizubringen. Wir wissen, daß der Kaiser der Franzosen Friedens­vorschläge, die, von Rußland, ausgehend, durch Baron Bourqueney ihm übermittelt wur­den, als „von befriedigendem Charakter" bezeichnet und unserem Gouvernement aufs dringendste zur Annahme empfohlen hat. Andererseits wissen wir freilich auch, daß drese Vorschläge hierorts nur auf Kälte stoßen werden, da sich Lord Palmerston einer aggressiven Politik rückhaltlos in die Arme geworfen und seine Person mit der Kriegs­partei identificirt hat. Er wird eines opfern müssen — die Allianz mit Frankreich oder