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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.'

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachihauSgaffe 21.)

JS 268. Dienstag, den 13. November 1855.

Abonnements Preis für'S halbe Jahr 2 8.30 fr. Tägliche Ausgabe außer MontagS. Einrückungsgebühren: 6 fr. für bte ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Die Abgabe von Inseraten wird bei herannahendem Weihnachtfeste mög­lichst Vormittags erbeten, wenn besonderer Werth darauf gelegt wird, daß solche am folgenden Tage erscheinen.

Die Expedition des Zntelligenzblattes.

Ueberblieke der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfnrt, 13. November. Wiederum ist der fleißige Urkundenforscher, dessen „Beiträge zur Geschichte von Frankfurt" wir vor zwei Jahren in diesen Ueberblicken an­zuzeigen Gelegenheit hatten, mit einem neuen Ergebniß seiner Studien an die Oeffent- lichkeit getreten. Bon Herrn Dr. jur. B. I. Romer-Büchner erschien soeben bei H. Keller (Schmerber'sche Buchhandlung), die bereits in unseren Kunstnotizen kurz be­sprochene „Entwickelung der Stadtverfassung und die Bürgervereine der Stadt Frank­furt äM Main." Zwar haben dem Verfasser seine übrigen Berufsgeschäfte nicht erlaubt, die interessanteste am meisten dramatische und zugleich für den heutigen Berfassungszustand wichtigste der Verfassungsänderungen, die sogenannten B ettmilch'schen Unruhen von 1612—1616 nach den Quellen zu studiren, aber seine Mittheilungen werfen interessante Streiflichter auf diese Epoche.

So colossal ist das Material für diese Zeit angewachsen, daß Jemand, der frei von allen Geschäften »st, dieser Aufgabe einige Jahre gänzlich widmen müßte. Der Verfas­ser sagt darüber: „Wer die Geschichte dieser Zeit schreiben und sie nicht entstellt und verfälscht erzählen will, muß auf dem Stadtarchiv die 05 Foliobändc unter dem Titel „„Bürger-Unwesen"", ferner die im grvßherzoglich hessischen Staatsarchiv befindlichen ebenso zahlreichen Actenbände, wobei die Untersuchungsacten gegen Vincenz Vettmilch und seine Genossen studiren und ordnen." Kirchner erfchrack vor dieser Arbeit und un­terließ daher die Fortsetzung feinet Geschichte von Frankfurt, die nur bis zu diesem Zeit­punkt geht; eine flüchtige Skizze gab er von diesen Unruhen in feilten „Ansichten von Frankfurt."

Weniger Schwierigkeit haben die übrigen Verfassungsänderungen dargeboten, deren Darstellung naturgemäß auf die Geschichte der Gesellschaften überleitet, welche das Recht einer Besetzung von Nathsstellen in Anspruch genommen. Die Häuser Limburg und